Barock und Arkadismus: Epochen, Stil und Hauptvertreter
Eingeordnet in Musik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,05 KB
Der Barock: Kunst und Stil im 17. Jahrhundert
Der Barock bezeichnet einen künstlerischen Stil, der sich ab Anfang des 17. Jahrhunderts bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa, Amerika und Teilen des Ostens entwickelte. Er gilt als natürliche Fortsetzung der Renaissance, da beide Bewegungen ein tiefes Interesse an der antiken Kunst teilten. Während die Renaissance jedoch auf Mäßigung, formale Strenge, Gleichgewicht und Harmonie setzte, zeichnete sich der Barock durch Dynamik, Kontrast, Dramatik, Üppigkeit und Realismus aus.
Der barocke Geist war geprägt von einer Spannung zwischen materieller Pracht und spirituellen Anforderungen. Trotz der generischen Bezeichnung gab es eine Vielzahl stilistischer Ansätze, die von klassizistischen Tendenzen bis hin zu hochgradig dekorativen Formen reichten.
Der Arkadismus (Neoklassizismus)
Der Arkadismus ist eine literarische Strömung des 18. Jahrhunderts, die auch als Neoklassizismus bekannt ist. Der Name leitet sich von Arkadien ab, einer Region auf dem Peloponnes, die in der griechischen Antike als Inbegriff der bukolischen Idylle galt.
- Hauptmerkmale: Verherrlichung der Natur, Verwendung anmutiger Rhythmen und die Nutzung von Pseudonymen, die an antike Hirten erinnern.
- Gesellschaftskritik: Die Bewegung äußerte zudem Kritik am Bürgertum und den Privilegien des Adels sowie der Geistlichkeit des Ancien Régime.
Bedeutende Vertreter des Barock
Padre António Vieira
António Vieira (geb. 1608 in Lissabon) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der sakralen Beredsamkeit und als einer der größten Schriftsteller seines Jahrhunderts. Nach seiner Ausbildung in Bahia trat er in die Gesellschaft Jesu ein und setzte sich aktiv gegen die Sklaverei der indigenen Bevölkerung ein.
Vieira war ein begnadeter Prediger und Philosoph. Aufgrund seines politischen Engagements für die Rechte der Indigenen und der „Neuchristen“ wurde er von der Inquisition verfolgt und zeitweise inhaftiert. Er nutzte seine rhetorische Begabung, um sich erfolgreich gegen Zensur zu wehren. Er starb 1697 in Bahia.
Wichtige Werke:
- Predigt auf das sechzigste Jahr
- Predigt Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz
- Predigt des heiligen Antonius an die Fische
Gregório de Matos Guerra
Gregório de Matos Guerra, bekannt als „Mund der Hölle“, war ein bedeutender barocker Dichter. Nach seinem Studium in Portugal kehrte er nach Brasilien zurück, wo er verschiedene Ämter bekleidete, jedoch aufgrund seiner beißenden Satiren in Konflikt mit der Obrigkeit geriet und zeitweise nach Angola verbannt wurde.
Sein Werk ist typisch barock: widersprüchlich und überraschend. Neben seinen berüchtigten, scharfzüngigen Satiren verfasste er auch wunderschöne Liebeslyrik und Sonette. Er starb 1696 in Recife.
Wichtige Werke:
- Diverse Sonette
- Engel Bento