Barock-Bildhauerei: Merkmale und Meister in Europa

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Allgemeine Merkmale der Barock-Bildhauerei

Die Barock-Bildhauerei ist ein weit verbreitetes Element dieser Epoche. Es werden vielfältige Materialien wie Marmor, Bronze und polychrome Malerei verwendet. Die Darstellung ist sehr theatralisch; dabei ist die isolierte Figur ebenso wichtig wie die Skulptur als Teil eines Gesamtpakets. Neben einer Fülle religiöser Skulpturen und reichhaltigen Grabbeigaben finden wir heroische Porträts und Reiterstatuen.

  • Technische Perfektion: Von grundlegender Bedeutung für die Gestaltung und das Finishing von Gebäuden.
  • Bewegung: Ausdruck durch wehende Kleider und dramatische Gesten.
  • Zweck: Darstellung von Macht, Exaltation der Frömmigkeit, religiöse Inbrunst und Erhabenheit.

Italien: Gian Lorenzo Bernini

Bernini, tätig als Architekt und Bildhauer, prägte die Barockkarriere vor allem in Rom. Er verwendete vorzugsweise Marmor und Bronze. Seine technische Perfektion ist beeindruckend. Zu seinen Hauptwerken zählen:

  • Apoll und Daphne
  • Lehrstuhl des Heiligen Peter
  • Der Vier-Flüsse-Brunnen

Spanien: Höfische und religiöse Skulptur

In Spanien wird das höfische Wesen der Bildhauerei in Madrid durch Monumente aus Marmor und Bronze ausgedrückt, gefördert durch das Haus Österreich. Hierbei wird der dramatische Naturalismus besonders unterstrichen.

Materialien und regionale Schulen

Auf der Halbinsel herrscht die religiöse Skulptur vor, wobei polychromes Holz für Altarbilder und Prozessschritte verwendet wird. Dieses Material wurde aufgrund seiner Leichtigkeit und der geringen Kosten bevorzugt. Es entwickelten sich drei wesentliche Schulen:

  • Kastilische Schule: Zentrum in Valladolid.
  • Andalusische Schule: Zwischen Sevilla, Granada und Málaga.
  • Schule von Murcia.

Bedeutende spanische Bildhauer

  • Gregorio Fernández (Kastilische Schule): Er arbeitete in Valladolid. Seine Produktion umfasst Altarbilder und Prozessionsfiguren. Er beherrschte die Anatomie perfekt und erzielte dramatische Effekte durch die Gestaltung von Händen und Gesichtern (z. B. Piedad).
  • Martínez Montañés: Einer der besten Vertreter der andalusischen Schule, bekannt für die Gelassenheit seiner klassischen Werke (z. B. Cristo de la Clemencia, Inmaculada).
  • Alonso Cano: Ein Schüler von Montañés, der den Realismus seines Lehrers fortführte, jedoch stilisierter arbeitete und sich vor allem weiblichen Figuren widmete (z. B. Unbefleckte von Granada).
  • Pedro de Mena: Sein Werk zeichnet sich durch gesteigertes emotionales Drama aus.
  • Francisco Salzillo (Schule von Murcia): Er führte neapolitanische Einflüsse ein und schuf realistische Krippenfiguren sowie Prozessionsgruppen für die Karwoche.

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