Der Barock: Epoche, Geschichte und Kontext

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Der Barock

a. Das Barock-Konzept

Nach Eugenio d'Ors ist der Barock eine historische Konstante, die regelmäßig in sehr verschiedenen Zeiten auftritt. Der Barock zeichnet sich durch seine reich verzierte, artificioso (künstliche) Art aus. Man kann eine barocke Phase als eine verstehen, die viele Zeichen enthält und als Synonym für eine Tendenz gilt, die dem Klassizismus entgegengesetzt ist.

Als künstlerische Periode umfasst der Barock mehr oder weniger das 17. Jahrhundert und die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert geprägt und war ursprünglich negativ konnotiert. Der Stil wurde als kunstvoll, dekadent und allzu ausführlich interpretiert.

Der Geburtsort war Italien, vor allem die Stadt Rom. Von dort aus verbreitete er sich in Europa und gelangte bis nach Amerika, wo er sich in den spanischen Besitzungen als erster künstlerischer Stil entwickelte.

Der Stil ist sehr vielfältig und komplex; jedes Land weist eigene Charakteristika auf:

  • Katholischer Barock: Prunkvoll und dekorativ.
  • Protestantischer Barock: Strenger und weniger kunstvoll.
  • Französischer Barock: Paradoxerweise oft als Klassizismus bezeichnet.

Es gibt viele Unterschiede zwischen den verschiedenen Autoren und den Verantwortlichen für den Stil. Lange Zeit wurde der Barock als künstlicher und dekadenter Stil geschmäht, bis er im frühen 20. Jahrhundert als wichtige Epoche der Geschichte rehabilitiert wurde.

b. Historische Umstände

Man unterscheidet zwischen religiösen und politischen Aspekten:

Religiöse Ebene

Hier muss man von der Gegenreformation sprechen – der triumphierenden Kirche nach dem Konzil von Trient, die sich gegen den Protestantismus durchsetzte. Die katholische Kirche war von ihrer religiösen Macht überzeugt, unterstützt durch wirtschaftlichen Wohlstand. In dieser Atmosphäre der religiösen Inbrunst blühte vor allem in Spanien die Mystik auf. Mystik ist ein Weg, Religion auf persönliche und innere Weise zu verstehen, was sich besonders in Klöstern zeigte.

Ein weiteres wichtiges Element ist der Jesuitismus der Gesellschaft Jesu, ein Orden, der von Ignatius von Loyola gegründet wurde. Die Jesuiten verkörperten den aktiven Katholizismus gegen die Ketzer und wurden als „Soldaten Christi“ bezeichnet.

Politische Ebene

Politisch fiel die Barockzeit mit der Konsolidierung des Absolutismus zusammen. Die absolutistischen Könige nutzten die Kunst als Propagandamittel, um die Monarchie und den Herrscher zu verherrlichen. So stand die barocke Kunst im Dienst derer, die regierten.

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