Barock: Epoche, Gesellschaft und Literatur im Überblick

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Bedeutung und gesellschaftlicher Kontext des Barock

Der Barock zielt darauf ab, die Gläubigen emotional zu berühren. Die Gesellschaft befindet sich in einem tiefen Konflikt mit der Bourgeoisie. Der Adel sucht Unterstützung im aristokratischen Hof, was zu einer starren Ständegesellschaft und einer tiefen Krise führt.

Wirtschaftliche und politische Instabilität

  • Wirtschaftskrisen und Kriege: Der Dreißigjährige Krieg führte zu Erschöpfung und Depression.
  • Politisch-religiöse Zersplitterung: Die Konsolidierung dieser Zersplitterung begünstigte den Aufstieg des Ultranationalismus.
  • Weltbild: Die Welt wird als unharmonisch wahrgenommen, geprägt von einer spannungsgeladenen Mensch-Natur-Beziehung und universellen Kontrasten.

Menschliche Erfahrung und Ordnung

Die menschliche Erfahrung ist bipolar: Sie schwankt zwischen dem Verlangen nach Transzendenz und der Ausführung im Diesseits. Angesichts des empfundenen Chaos wird auf politischer und pädagogischer Ebene nach Ordnung gestrebt. Der soziale Aufstieg, etwa durch den Erwerb von Adelstiteln durch reiche Bauern, wird als Zeichen der gesellschaftlichen Erkrankung verpönt.

Ehre und öffentliches Ansehen

Ehre ist ein zentraler Wert, der eng mit Mut und Ehrlichkeit verknüpft ist. Sie ist jedoch weniger ein privates Gut als vielmehr eine Frage der öffentlichen Meinung und der sozialen Wahrnehmung.

Literatur im Barock

Ideale und Mimesis

Die Literatur ist geprägt von der Idee der genetischen Reinheit (Blut) und der Kontinuität zur Vorperiode. Die Mimesis (Nachahmung) dient als pädagogische Basis, wobei klassische Modelle wie Petrarca oder höfische Vorbilder als Orientierung dienen. Das Ideal wandelt sich jedoch von der reinen Nachahmung hin zur Emulation: Das Ziel ist es, die klassischen Modelle durch kreative Leistung zu übertreffen.

Stilmittel und Gattungen

  • Kontrast: Das am häufigsten verwendete Stilmittel.
  • Sprache: Abkehr vom Lateinischen hin zur Volkssprache.
  • Theater: Die Gattung par excellence, in der soziale Rollen und das Konzept der Ehre verhandelt werden.
  • Durchlässigkeit der Gattungen: Regeln werden zugunsten kreativer Freiheit gebrochen.

Konzeptismus und Culteranismo

Der Begriff „Konzept“ (Witz) bezeichnet einen geistreichen Ausdruck, der den Leser durch Überraschung und Staunen zum Nachdenken anregen soll. Während der Culteranismo auf antike Quellen und eine gelehrte Sprache setzt, fokussiert sich der Konzeptismus auf die Schärfe des Geistes und das Spiel mit Begriffen. Es herrscht ein ständiger Wettstreit zwischen dem „Geschmack“ der breiten Masse und dem „Einfallsreichtum“ der Elite.

Der Hofmann: Ein literarisches Ideal

Merkmale des höfischen Schreibens

  • Tonfall: Elegisch und melancholisch, oft als Denkmal für verstorbene Persönlichkeiten.
  • Sprachgebrauch: Verwendung der Volkssprache (z. B. Toskanisch nach dem Vorbild Boccaccios) als Ausdruck von Authentizität.
  • Didaktik: Nutzung klassischer Beispiele (Theophrast) zur Illustration von Tugenden.
  • Form: Der Dialog wird als Mittel genutzt, um den „perfekten Hofmann“ als schmeichelhaftes Modell zu präsentieren, wobei die Gespräche oft als real inszeniert werden.

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