Der Barock: Literatur, Kunst und Gesellschaft
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Der Barock: Ein Spiegel der menschlichen Existenz
Am Ende des 16. Jahrhunderts entstand in Italien ein neuer Stil, der den Schmerz und die Komplexität der menschlichen Existenz widerspiegeln sollte. Diese Epoche war geprägt von der absoluten Monarchie und der Entstehung der Figur des Valido (der engste Vertraute des Königs).
Die spanische Monarchie im Barock
- Philipp III.: Sein Desinteresse an der Regierungsführung führte zu politischem Ansehensverlust und wirtschaftlicher Krise.
- Philipp IV.: Unter seiner Herrschaft verschärften sich die Probleme durch Steuerhinterziehung, Korruption und die Entvölkerung ländlicher Gebiete.
- Karl II.: Seine Regierungszeit gilt als schwarze Periode mit militärischen Niederlagen und finanziellem Ruin. Mit seinem kinderlosen Tod endete die Ära der Habsburger und die Bourbonen bestiegen den Thron.
Gesellschaftsstruktur
Der Adel konzentrierte sich auf die Stärkung seiner Rechte und die Sicherung von Landbesitz, während die Arbeit als Schande galt. Die Geistlichkeit wuchs stetig, da die Kirche einen sicheren Lebensunterhalt bot und von Steuern befreit war. Die Bourgeoisie strebte nach wirtschaftlicher Macht und dem adligen Lebensstil, während das einfache Volk unter der Krise und der Landflucht in die Städte am meisten litt.
Renaissance vs. Barock
Während die Renaissance einen optimistischen Blick auf das Leben und den Tod als Übergang zu einer bleibenden Erinnerung pflegte, vertrat der Barock eine pessimistische Sicht. Der Tod wurde als notwendiger Schritt zum wahren Glück gesehen, geprägt von religiösem Realismus und der Gegenreformation, die Disziplin und die Autorität des Papstes stärkte.
Literarische Merkmale und Themen
In der Metrik blieb der Endecasillabo (Elfsilber) erhalten, doch die starren Dogmen der klassischen Anständigkeit wurden aufgebrochen. Themen wie Liebe, Mythologie, Natur und die Vergänglichkeit des Lebens wurden intensiv behandelt.
Culteranismo und Conceptismo
- Culteranismo (Luis de Góngora): Fokus auf formale Schönheit, Licht, Farbe und komplexe Syntax.
- Conceptismo (Francisco de Quevedo): Fokus auf geistreiche Wortspiele, Neologismen und Antithesen.
Narrative: Der Schelmenroman
Der Schelmenroman (Novela picaresca) wie Guzmán de Alfarache von Mateo Alemán oder El Buscón von Quevedo zeichnet ein pessimistisches Bild der Gesellschaft. Die Protagonisten sind oft Außenseiter, die durch Diebstahl und Betrug überleben. Diese Werke sind autobiografisch geprägt und dienen oft der moralischen Belehrung oder der satirischen Gesellschaftskritik.
Das Theater des Barock
Das Theater wurde zum sozialen Ereignis. Lope de Vega schuf das Modell des nationalen Theaters mit einer Mischung aus Tragik und Komik, drei Akten und Themen wie Ehre und Liebe. Calderón de la Barca verfeinerte dies später durch philosophische Tiefe, religiöse Dramatik und eine stärkere Konzentration auf die psychologische Entwicklung der Charaktere durch Monologe.