Barock und Spanisches Theater des 17. Jahrhunderts
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Der Barock: Eine Epoche der Krise
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts zeigten sich erste Symptome einer tiefgreifenden Krise. Der Barock ist die kulturelle Bewegung, die auf sozialen Verfall, wirtschaftliche Probleme und eine verfehlte Militärpolitik reagierte. Diese Krise wurde durch militärische Verluste sowie einen sozialen und wirtschaftlichen Niedergang weiter verschärft.
Die Welt des Barock
Wirtschaftliche Lage: Spanien erlebte aufgrund ständiger Kriege, hoher Hofkosten und der Verknappung von Gold eine schwere Krise.
Soziale Unterschiede:
- Adel: Lebte in Luxus und betonte seine Privilegien.
- Stadt: Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten auf dem Land kam es zu einer starken Abwanderung in die Städte.
- Bürgertum: Existierte kaum. Wer wirtschaftliche Macht erlangte, kaufte Land, um den sozialen Aufstieg zu sichern.
Ideologie und Lebensgefühl
Als Reaktion auf die Krise dominierten bei den Menschen Enttäuschung und Pessimismus. Das Leben wurde als kurz und flüchtig wahrgenommen. Der barocke Eifer führte dazu, das Leben und die Emotionen intensiv zu steigern.
Kultur und Literatur
Trotz der Krise erlebte die Kunst einen Moment des Glanzes. Die Kultur vermittelte eine Ideologie, welche die bestehenden Machtverhältnisse sicherte. Eine kleine Elite förderte die Kunst als Mäzene. Die barocke Kultur bewahrte das Erbe der Renaissance, mischte es mit neuen Elementen und integrierte Einflüsse aus den amerikanischen Kolonien.
Das Klassische Drama
Die „Corrales de Comedias“
Im 17. Jahrhundert wurden Theaterstücke in Kirchen, auf öffentlichen Plätzen und in den Städten aufgeführt. Es etablierte sich ein professionelles und kommerzielles Theater. Der charakteristische Ort für das Barocktheater war der Corral de Comedias – ein Innenhof eines Hauses, in dem die Nachbarn eine Bühne errichteten.
Die Spanische Komödie (Comedia Nueva)
Im 17. Jahrhundert entstanden in Spanien höfische Dramen und Komödien. Die Merkmale dieser Theaterform sind:
- Struktur: Einteilung in drei Akte.
- Stil: Mischung aus tragischen und komischen Elementen.
- Handlung: Zeitliche Sprünge, Ortswechsel und zwei parallele Handlungsstränge in Versform.
Themen: Unkontrollierbare Leidenschaft, Liebe, Ehre und Religion.
Typische Rollen: Der tapfere Held und die Dame, der Vater oder Bruder der Frau, der lustige Diener (Gracioso), der Mächtige und vor allem der König.
Lope de Vega
Lope de Vega fand die Theaterformel, die alle sozialen Schichten ansprach, und gilt als Schöpfer der nationalen Komödie. Sein Theater zeichnet sich durch eine rasante Handlung, viele Charaktere und die Inspiration durch nationale Romanzen und Lieder aus.
Calderón de la Barca
Als bedeutender Dramatiker des späten Barock war Calderóns Theater aristokratischer und komplexer, ausgerichtet auf ein gebildetes Publikum. Seine Werke thematisieren die Kürze des Lebens, die menschliche Freiheit und die Introversion der Charaktere. Zu seinen bekanntesten Dramen gehören Der Bürgermeister von Zalamea und Das Leben ein Traum.