Barockarchitektur: Merkmale, Tempelbau und Meisterwerke

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Barockarchitektur: Tragende Elemente und Dekoration

Die Barockarchitektur führt die klassischen Elemente der Renaissance fort, darunter Bögen, Tonnengewölbe, Säulen, Pilaster und Giebel. Im Barock wird jedoch freier mit den Materialien umgegangen. Die Architektur zielt darauf ab, zu beeindrucken: Sie wirkt luxuriös, nutzt jedoch oft kostengünstige Materialien, um durch aufwendige dekorative Effekte Reichtum vorzutäuschen.

Ornamentik und visuelle Effekte

Die Gebäude sind hochgradig dekoriert. Durch das Spiel von Licht und Schatten an den Fassaden – bedingt durch vorspringende und zurücktretende Gebäudeteile – verändert sich das Erscheinungsbild je nach Blickwinkel des Betrachters.

Der Tempelbau und die Gegenreformation

Das neue Kirchenmodell folgte den Anforderungen der katholischen Gegenreformation. Ein wegweisendes Beispiel ist die Kirche Il Gesù in Rom, die von den Jesuiten eingeführt wurde und für vier Jahrhunderte als Vorbild diente. Entworfen von Vignola und Giacomo della Porta, erfüllt sie die Bedürfnisse der Gegenreformation: Große Innenräume sollten eine Vielzahl von Gläubigen aufnehmen, während die Fassaden auffällig gestaltet wurden, um die Menschen zum Eintreten zu bewegen.

  • Struktur: Breites Kirchenschiff mit Kapellennischen, gewölbter Apsis und Querhaus.
  • Fassade: Konventionell organisiert, in mehreren Ebenen gegliedert und von einem Giebel gekrönt.
  • Elemente: Geschmückt mit Dachböden, Pilastern und Halbsäulen.

Gian Lorenzo Bernini: Meister des Barock

Gian Lorenzo Bernini war einer der prägenden Gestalter der barocken Architektursprache und genoss als Künstler das hohe Ansehen der Päpste. Sein Stil zeichnet sich durch Feierlichkeit, Klassik und Dynamik aus.

Sein Werk ist eng mit der städtebaulichen Neugestaltung Roms unter den Päpsten Sixtus V. und Domenico Fontana verbunden, die den Triumph der katholischen Kirche unterstreichen sollte. Zu seinen wichtigsten Werken zählen:

  • Der Baldachin im Petersdom
  • Der Petersplatz
  • Sant’Andrea al Quirinale
  • Der Entwurf für die Fassade des Louvre (nicht umgesetzt)

Mit seinen Palastentwürfen schuf Bernini den Prototyp des Barockschlosses (artikuliert in H-Form mit einem offenen Platz und Gärten).

Barockarchitektur in Frankreich

In Frankreich stand die Kunst im Dienst des Absolutismus und weniger der Gegenreformation, was zu einer stärkeren Ausprägung des Klassizismus führte. Das Schloss von Versailles, entworfen von Le Vau und Jules Hardouin-Mansart, schuf eine Typologie, die in ganz Europa als Modell diente. Religiöse Bauten traten in den Hintergrund, während Plätze mit geometrischen Mustern und zentralen Statuen des Königs das Stadtbild prägten.

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