Barockliteratur: Góngora, Quevedo und Lope de Vega

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Luis de Góngora

Das Werk von Luis de Góngora lässt sich in traditionelle, italienisch geprägte und kleinere Gedichte unterteilen.

1. Traditionelle Gedichte

  • Romanzen: Behandeln diverse Themen, von ernsten Inhalten bis hin zur Farce.
  • Letrillas: Kompositionen mit einem wiederkehrenden Refrain am Ende jeder Strophe. Die Themen sind oft humorvoll, behandeln aber auch religiöse Aspekte.

2. Italienisch geprägte Gedichte

Sonette: Das Thema der Liebe steht in der Tradition der Renaissance. Später treten Themen wie Desillusionierung und Gelegenheitsdichtung in den Vordergrund.

3. Große Gedichte

  • Polyphem und Galatea: Eine mythologische Erzählung in Oktaven.
  • Die Einsamkeit (Soledades): Ein langes, in vier Teile gegliedertes Gedicht in Silva-Versen, das die Schönheit der Natur und ihrer Lebewesen feiert.

Stil

Góngora nutzt komplexe Hyperbatons und eine gelehrte Sprache, die reich an Bildern und rhetorischen Mitteln ist.

Francisco de Quevedo

Prosa

  • Los Sueños (Die Träume): Eine satirische Sammlung von fünf allegorischen Werken.
  • El Buscón: Ein Schelmenroman über das Leben des Don Pablo. Das Werk zeichnet ein karikiertes, verzerrtes und entmenschlichtes Bild der Gesellschaft.

Versdrama und Lyrik

  • Moralisch-philosophische Gedichte: Quevedo vertritt eine pessimistische Sicht auf das Leben, geprägt von der Vergänglichkeit und dem Tod.
  • Liebesgedichte: Die Liebe wird als einzige Kraft dargestellt, die den Tod besiegen kann. Sein berühmtestes Sonett ist „Cerrar podrá mis ojos la postrera sombra“.
  • Burleske Gedichte: Spott über Alchemisten, Góngora, Wucherer und die klassische Mythologie.

Stil

Quevedo verbindet eine hochkultivierte Sprache mit Elementen der Germania (Gaunersprache) und Slang.

Lope de Vega

Leben

Geboren 1562 in Madrid, führte Lope de Vega ein stürmisches Leben voller Skandale und Abenteuer, die sein Werk maßgeblich prägten. Er gilt als der fruchtbarste Autor der spanischen Literatur und starb 1635.

Lyrik

Lope de Vega verarbeitete seine persönlichen Erfahrungen in Romanzen (pastoral, maurisch, religiös) und Sonetten, die seine bevorzugte metrische Form darstellten.

Epische Dichtung

  • Religiös: Isidro (über das Leben des Heiligen Isidor).
  • Romanhaft: Werke wie die Engelhafte Schönheit.
  • Burlesk: La Gatomaquia (der Krieg der Katzen).
  • Historisch: La Dragontea über den Piraten Francis Drake.

Prosa

Sein Hauptwerk ist La Dorotea, ein autobiografisch geprägter Dialogroman über seine Beziehung zu Helena Osorio.

Theater

Lope de Vega schrieb etwa 500 Theaterstücke, die in drei Gruppen unterteilt werden können:

  • Historisch-legendär: Z. B. Fuenteovejuna oder Der Ritter von Olmedo.
  • Religiös: Sakramentale Spiele in der Tradition des 16. Jahrhunderts.
  • Sittenstücke: Spiegel der barocken Gesellschaft, wie Der Hund des Gärtners (El perro del hortelano).

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