Barocktheater: Dramenformen und Lope de Vega
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Die vier Arten des Dramas im Barock
Im Barocktheater werden zwei Haupttypen des Dramas vertreten: eine ernste Art und eine komische Gattung.
Lange Stücke
- Ernst: Tragikomödie, Komödie und Mysterienspiele.
- Komisch: Verwegene Stücke, Komödien von Standespersonen (Bonzen), palatinale (höfische) Spiele und burleske Komödien.
Kurze Stücke
Kurze Stücke wurden oft in umfassende Werke eingefügt und während der Darstellung durchsetzt aufgeführt.
- Entremeses (Zwischenspiele): Humorvolle Werke in einem einzigen Akt. In der Handlung überwiegen oft erotische Burlesken oder bizarre Charaktere. Einige konzentrieren sich auf das Experimentieren mit der Sprache oder auf theatralische Ressourcen wie Kostüme und Bühnenbilder.
- Loas (Lobreden): Diese dienten als Einführung in die Darstellung und suchten die Gunst sowie die Stille des Publikums zu gewinnen. Es gab komische Loas, sakramentale Loas und höfische Loas.
- Tänze (Bailes): Diese Darstellungen wurden maßgeblich durch Musik, insbesondere Gesang und Tanz, bestimmt.
- Jácaras: Hierbei handelte es sich um Romanzen, die in der Regel von Kämpfen zwischen Gaunern und Gangstern handelten und gesungen wurden.
- Maskeraden (Mascaradas): Diese Tänze bestanden aus abgehackten und lächerlichen Bewegungen, die in Tierkostümen unter ohrenbetäubendem Lärm ausgeführt wurden.
- Mojigangas: Dies waren Mischungen ohne feste Ordnung; kurze, komische Genres, die als Vorwand für Tanz und Gesang dienten.
Elemente der Darstellung
Die Aufführungen stützten sich auf visuelle und auditive Elemente.
Visuelle Elemente
Die Kostüme waren im höfischen Theater und in Mysterienspielen besonders prächtig, damit das Publikum den Status der Charaktere schnell erfassen konnte. In den Corrales (Theaterhöfen) wurde die Szenerie genutzt, um Innenräume hinter den Kulissen darzustellen. Das Äußere wurde durch Pflanzen und Steine angedeutet. Für die Beleuchtung wurden Kerzen und Fackeln verwendet, um interne und externe Aktionen zu beleuchten.
Auditive Elemente
Das Gehör erfüllte mehrere Funktionen: Musik kündigte den Beginn einer Szene an oder begleitete den Auftritt eines Charakters. Die Musik, die oft außerhalb der Bühne erklang, diente dazu, den Höhepunkt der Handlung zu markieren und Ortswechsel sowie Auf- und Abtritte anzuzeigen. Musiker setzten den Schlusspunkt der Darstellung. Besonders im höfischen Theater und in Mysterienspielen nahm die Musik eine zentrale Bedeutung ein.
Lope de Vega und die Nationalkomödie
Lope de Vega schuf, zusätzlich zu seinem Wirken in der Gelehrsamkeit und der erzählenden Dichtung, das spanische Nationaldrama.
Merkmale der Werke von Lope de Vega
Die dramatische Produktion von Lope de Vega für die Theaterhöfe ist populär und durch die Mischung von Religion und Volkstümlichkeit gekennzeichnet. Er basierte seine Argumente auf Sprichwörtern, Volksliedern, Balladen, der Bibel, Hagiographien, der Mythologie sowie Volkssagen. Er versuchte, jeden Zuschauer zufriedenzustellen: das gemeine Volk durch Action und gebildete Zuschauer durch seine Verse.
Wichtige Werke:
- Höfische Komödien: Der Hund im Garten (El perro del hortelano).
- Biblische Komödien.
- Heiligenstücke.
- Mythologische Komödien.
- Ernste Komödien: Peribáñez und der Kommandeur von Ocaña, Fuenteovejuna, Der beste Richter ist der König.
- Tragödien.
- Höfisches Theater.
Analyse: Fuenteovejuna
Die Originalität von Fuenteovejuna liegt in der Erfindung des kollektiven Charakters der Stadt. Das Werk endet mit dem Ende der Ungerechtigkeit des Kommandeurs Fernán Gómez durch Rebellion und Tyrannenmord. Das Werk hat eine doppelte Handlung: Das Schicksal des Dorfes Fuenteovejuna als Opfer des Tyrannen und die politische Dimension der Katholischen Könige. Dies rechtfertigt den Tyrannenmord, da er die Rechtsordnung der absoluten Monarchie wiederherstellt.
Analyse: Peribáñez und der Kommandeur von Ocaña
Ähnlich wie in Fuenteovejuna dreht sich das Drama um einen Kommandeur, doch in diesem Fall fokussiert Lope de Vega auf ein individuelles Ehrendrama zwischen Peribáñez, einem reichen christlichen Bauern aus Ocaña, und dem Kommandanten Don Fadrique. Der Kommandant verliebt sich in Casilda, die Frau von Peribáñez. Er ernennt Peribáñez zum Hauptmann, um ihn in den Krieg zu schicken und sich seiner Frau zu nähern. Peribáñez kehrt jedoch rechtzeitig zurück und tötet ihn. Der König vergibt dem Bauern schließlich, was die soziale Rechtsordnung der absoluten Monarchie unterstreicht. Im Gegensatz zu anderen Werken hat dieses Stück nur einen Handlungsstrang und zeichnet sich durch seine scharfe Lyrik sowie die Einbindung von Volksliedern und traditionellen Elementen aus.