Die Basilika San Lorenzo von Filippo Brunelleschi
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San Lorenzo
Chronologie
Von 1421 bis 1470.
Stil und Merkmale
Renaissance des Quattrocento. Architekt: Filippo Brunelleschi. Systemaufbau: architraviert umgeben. Ort: Florenz (Italien).
- 1. Die Kunst der Renaissance dient als Modell des antiken Roms und verwendet die gleichen klassischen Kanons.
- 2. Es werden drei griechische Ordnungen (dorisch, ionisch und korinthisch) sowie zwei römische (toskanisch und Komposit) verwendet.
- 3. Behandelte Elemente: Rundbogen und Tonnengewölbe.
- 4. Ersetzt die mittelalterliche Kuppel durch die Halbkugelkuppel.
- 5. Grundriss der Kirchen: Basilika (lateinisches Kreuz, drei Schiffe mit Kuppel) oder zentralisiert (griechisches Kreuz oder Kreis).
Stützelemente und Aufbau
Das lateinische Kreuz wurde wahrscheinlich von römischen und frühchristlichen Basiliken inspiriert. Drei Schiffe werden durch schlanke korinthische Säulen getrennt, deren Kapitelle durch Fragmente des Gebälks (die an romanische und byzantinische Abakusse erinnern) verlängert werden. Auf den Säulen ruhen Bögen, die einen Fenstergaden und das Flachdach des Kirchenschiffs tragen. Die Verwendung von Bögen, korinthischen Säulen und die Verteilung der Fenster haben ihre unmittelbarsten Vorläufer in der Säulenhalle des Ospedale degli Innocenti (Spital der Unschuldigen) vom selben Architekten, Brunelleschi.
Die Seitenschiffe werden durch Kreuzgratgewölbe gestützt, die auf der einen Seite auf den Bögen des Mittelschiffs und auf der anderen Seite auf den Seitenwänden ruhen. Diese werden von Halbsäulen getragen, die als Stützpunkte für die Bögen dienen, welche sich zu einer Reihe von Seitenkapellen öffnen. Die Vierung besitzt eine halbkugelförmige Kuppel auf Pendentifs (Zwickeln).
Außen- und Innenraum
Brunelleschis Anlage wurde so konzipiert, dass alle horizontalen Linien auf einen Punkt zulaufen: den Altar. Die Arme des Querschiffs und das Quadrat der Vierung haben die gleiche Größe. Das Mittelschiff ist doppelt so breit wie die Seitenschiffe.
Korinthische Säulen stützen den kannelierten Schaft. Sowohl die Säulen als auch die Bögen bestehen aus einem für Florenz typischen dunkelgrauen Stein (Pietra Serena), der mit dem weißen Hintergrund der Kirche kontrastiert. Das Dach des Mittelschiffs ist flach und mit Kassettendecken verziert.
Die großen, offenen Fenster im Obergaden sind die wichtigste Lichtquelle des Gebäudes. Die Seitenschiffe werden durch Okuli (Rundfenster) über den Kapellengewölben beleuchtet.
Die Kirche besitzt ein attraktives und geordnetes Layout, das eine perfekte Symmetrie erzeugt.
Brunelleschi baute zudem die Alte Sakristei, die aus einem quadratischen Raum mit einer Kuppel auf Pendentifs besteht.
Bedeutung
Die regelmäßige Anordnung des Raumes, die Schlichtheit in der Verteilung der Elemente und die Verwendung von sehr dünnen Säulen und Bögen definieren die verschiedenen Schiffe. Sie bieten einen weiten und klaren Innenraum, in dem die Horizontalität deutlich über die Vertikalität überwiegt.
Die Renaissance-Kirchen kehrten zum menschlichen Maßstab zurück und betonten die horizontale Linienführung durch Elemente wie Gesimse. Dieser vorsichtige Ansatz führt den Blick zu einem Horizont, der für den Menschen erreichbar scheint.
Die bewusste Schlichtheit der grauen Steinelemente (Säulen, Bögen, Kapitelle) im typischen Florentiner Stil und der weiße Putz entsprechen Brunelleschis Wunsch, sein architektonisches Werk als reines Bauwerk wirken zu lassen, ohne dass die Kunstfertigkeit von Malern oder Bildhauern davon ablenkt.
Dieser Tempel ist eine Neuinterpretation des basilikalen Grundrisses römischer und frühchristlicher Kirchen. Die Bautechnik ahmt zudem Modelle der romanischen und byzantinischen Architektur nach, wie etwa die würfelförmigen Gebälkstücke über den Kapitellen oder die Wiederaufnahme der Kuppel auf Pendentifs aus der Antike.
Religiöse Funktion
Die Funktion ist religiös; der Architekt wollte dem Besucher ein Gefühl von Ausgeglichenheit und Frieden vermitteln.