Baskische Literatur und Kultur im 19. Jahrhundert

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Baskische Literatur im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert markierte eine entscheidende Ära für die südlichen baskischen Schriftsteller. Einleitung: Ähnlich wie im Norden erlebte das Baskenland im 19. Jahrhundert tiefgreifende Erschütterungen. Die Karlistenkriege führten dazu, dass die Fueros (historische Sonderrechte) endgültig abgeschafft wurden. Diese Ereignisse hatten weitreichende politische und soziale Folgen, da sie die Arena für die Förderung und den Erhalt der baskischen Sprache und Kultur im 19. Jahrhundert bereiteten.

Die Industrielle Revolution schuf durch neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen einen nationalen Markt. Moderne Einflüsse erreichten vor allem Bizkaia und Gipuzkoa. In den Fabriken und durch neue Medien bildeten sich allmählich neue Bevölkerungsschichten und eine Arbeiterbewegung heraus.

Die Entwicklung der Prosa

1. Religiöse Prosa: Die Auswirkungen der Französischen Revolution ließen im südlichen Baskenland neue Bücher entstehen. Die Kirche sah im neuen Denken von außen eine Bedrohung für ihre Zukunft. Priester und Mönche in Bizkaia und Gipuzkoa reagierten mit literarischen Werken. Autoren wie J.A. Mogel, A. Añibarro und P. Astarloa verfassten dogmatische Erklärungen, Predigten (Sermoiak) und Schriften gegen zeitgenössische Probleme.

2. Nicht-religiöse Prosa: Obwohl oft von Geistlichen verfasst, entstanden Texte ohne direkten religiösen Bezug. Ein herausragendes Beispiel ist Peru Abarka von J.A. Mogel. Es handelt sich nicht um einen klassischen Roman, sondern um ein langes Gespräch zwischen einem Landwirt und einem Städter (Kaletar). Das Werk fungiert als „Universität des baskischen Dorfes“ und ist zudem eine wertvolle historische Quelle.

Bertsogintza: Die Kunst des improvisierten Verses

Während der Karlistenkriege verbreiteten sich Kantapaper (Liederzettel). Zwei bedeutende Improvisatoren prägten diese Zeit:

  • Xenpelar: Der berühmteste Improvisator aus Errenteria.
  • J.M. Iparragirre: Der Künstler aus Urretxu nutzte moderne Melodien. Trotz wirtschaftlicher und politischer Nöte feierte er große Erfolge. Sein bekanntestes Lied ist Gernikako Arbola (Der Baum von Guernica).

In San Sebastián verlieh Bilintx (oft als „sprunghaft“ bezeichnet) der Bertsogintza einen romantischen Touch. Seine Themen waren oft die Liebe und die verzweifelte Situation des unerwiderten Liebhabers, wie in seinem Werk Triste bizi naiz eta (Traurig und lebendig). Ende des Jahrhunderts wurde F. Arrese Beitia aus Otxandio populär. Nachdem die Fueros abgeschafft worden waren, organisierte Antoine d’Abbadie die ersten Lore Jokoak (Blumenspiele) im Baskenland, bei denen Arrese Beitia für seine Verse ausgezeichnet wurde.

Die Entstehung des baskischen Theaters

Wie bereits erwähnt, entstanden nach der Aufhebung der Fueros neue Initiativen zur Stärkung der baskischen Sprache und Kultur. In diesem Umfeld festigte sich schrittweise das baskische Theater. Marcelino Soroa war einer der Gründer und wichtigsten Akteure der Anfangsjahre. In San Sebastián wurden kurze, humorvolle Stücke für Volksfeste geschrieben. Später begann Toribio Alzaga seine Arbeit und prägte das Theaterwesen in San Sebastián nachhaltig.

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