Bedeutende Autoren des katalanischen Modernismus
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Raymond Fields (1855–1910), Kunstkritiker von La Vanguardia und Theoretiker der Moderne, veröffentlichte 1901 In freier Wildbahn (Els sots feréstecs), ein Werk über den Versuch, die ländliche Gesellschaft zu regenerieren. Der Protagonist bändigt nicht die wilden Triebe (Bugrad bagassa), welche die alten Übel symbolisieren, denen die Masse erliegt.
Prudenci Bertrana (1867–1941) erzählt in seinem Roman Josaphat (1906) von den sexuellen Ausschweifungen des menschlichen Charakters. Die Darstellung und Beschreibung sind robust; das Werk war seinerzeit Anlass für Skandale.
Josep Pous i Pagès (1873–1952) beschäftigt sich in Leben und Tod von George Fraginal (1912) mit der Rebellion und dem heldenhaften Kampf des Protagonisten gegen die traditionelle Ordnung und die Familie, wobei er den Gefahren seines Lebens bewusst begegnet.
Caterina Albert und das Pseudonym Víctor Català
Caterina Albert (1869–1966) suchte Zuflucht unter dem Pseudonym Víctor Català, um die Vorurteile zu überwinden, die die katalanische Gesellschaft jener Zeit gegenüber Schriftstellerinnen hegte. Der literarische Konflikt bei Víctor Català ergibt sich aus einem anstrengenden moralischen Standpunkt. Ihre ersten Titel, Ländliche Dramen (1902), Ombrívoles (1904) und Caires Vius (1907), sind Sammlungen von Kurzgeschichten, die das ländliche Leben und die tragische Condition Humaine mit aller Rohheit darstellen.
Das Meisterwerk von Víctor Català ist der Roman Solitude (Einsamkeit). Die Handlung beginnt mit der Ankunft der Protagonistin Mila in der Einsiedelei von Saint Pontius, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Matias bezieht. Dieser faule und unempfindliche Mann verkörpert die primitiven und bestialischen Aspekte des Menschen und vergewaltigt die Protagonistin schließlich. Als Kontrapunkt zu diesem negativen Element dient Mila die Gesellschaft des geistlichen Hirten Gaetano. Das Buch ist in einer poetischen Prosa verfasst, die Gebirgslandschaften mit lebhafter Intensität und symbolischer Bedeutung beschreibt und die Gefühle sowie die psychologische Entwicklung der Protagonistin plastisch ausdrückt.
Weitere bedeutende Vertreter
Joaquim Ruyra (1858–1939) verbindet realistische und psychologische Ansätze mit modernistischen Techniken. Sein Werk Marine und Wald (1903) wurde von den Autoren des Noucentisme als Vorbild herangezogen.
Josep Maria Folch i Torres (1880–1950) ist als Kinderbuchautor und als Seele der Zeitschrift Patufet bekannt. Er schrieb zudem modernistische Romane wie A l'abast (1907) oder Joan Endal (1909), die den Determinismus der Umwelt der arbeitenden Bevölkerung gegenüberstellen und den Einzelnen mit einem hohen Maß an psychologischer Tiefe darstellen.