Bedeutende Denker der Aufklärung und ihre Theorien

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Vertreter der Aufklärung

Voltaire und die Vernunft

Seine Philosophie war darauf ausgerichtet, die Menschenrechte zu verteidigen und dem Diktat der Vernunft zu folgen, sofern dies die soziale Ordnung nicht störte. Er postulierte, dass jeder Mensch seine eigenen Ideen und Ansichten über Religion und deren Ausübung verfolgen sollte. Er glaubte an den Deismus oder die natürliche Religion, bei der Gott zwar der Schöpfer des Universums ist, aber nach dem Schöpfungsakt nicht mehr eingreift. Er forderte:

  • "Eine absolut notwendige, gründliche Reform der Gesellschaft, um die Freiheit und das Wohlergehen der Menschen zu gewährleisten."
  • "Die Schaffung eines parlamentarischen Systems, das die Befugnisse des Königs einschränkt."
  • "Die Einrichtung eines Systems der Besteuerung, das rational denkende Menschen nicht ruiniert."
  • Die Liberalisierung der Wirtschaft: "Um eine gut gemachte Arbeit anzuerkennen."

Montesquieu und die Gewaltenteilung

Montesquieu war ein Mitglied des französischen Adels und ein Bewunderer des britischen Parlamentarismus. Er hielt diesen für das beste politische System, um die Freiheit der Menschen zu garantieren und den Machtmissbrauch von Regierenden zu verhindern. Er entwarf folgendes Modell:

  • Die gesetzgebende Gewalt (Legislative): Sie erlässt die Gesetze und ist im Parlament angesiedelt.
  • Die Exekutive: Sie entspricht dem Monarchen, setzt das Gesetz durch und ist in der Regierung angesiedelt.
  • Die Judikative: Sie wird von den Richtern gebildet. Sie verwaltet die Justiz und ist in den Gerichten angesiedelt.

Diese drei Gewalten sollten in einem System von Checks and Balances (gegenseitige Kontrolle) stehen, um jeglichen Missbrauch zu verhindern und die Gerechtigkeit sowie die Achtung der natürlichen Menschenrechte durch die Staatsführung zu gewährleisten.

Jean-Jacques Rousseau und der Gesellschaftsvertrag

Jean-Jacques Rousseau stützte seine Ideale auf die Annahme, dass Menschen natürliche Rechte besitzen, die von allen geachtet und gewahrt werden müssen. Er fügte jedoch ein charakteristisches Element hinzu: Die Idee, dass der Naturzustand ein perfekter Zustand war, in dem alle Menschen gut waren. Erst durch die Gesellschaft entstanden Ungleichheiten und Selbstsucht. Dies führte dazu, dass die Menschen ihre natürlichen moralischen Gefühle zugunsten einer rationalistischen und kalten Haltung aufgaben, die ihre angeborene Güte korrumpierte. Seine Kernpunkte waren: "Die Verteidigung der individuellen Freiheit", "Die Liebe zur Natur" und "Die Theorie der Demokratie".

Sein Hauptwerk war "Der Gesellschaftsvertrag" (Du Contrat Social), das beschreibt, wie ein demokratischer Staat beschaffen sein sollte. Dieser sollte die gegenseitige Achtung der natürlichen Menschenrechte gewährleisten, da Egoismus und Machtmissbrauch ein harmonisches Zusammenleben unmöglich machten. Rousseaus zentraler Beitrag war das Konzept des "allgemeinen Willens" (volonté générale). Dieser Wille der Gemeinschaft als Ganzes unterscheidet sich von den Einzelinteressen der Bürger oder Minderheiten. Da es fast unmöglich ist, dass die gesamte Bevölkerung stets einer Meinung ist, sieht der Vertrag die Unterordnung des Einzelnen unter den Mehrheitswillen vor.

Daraus leiten sich folgende Ideen ab: "Der Mensch ist von Natur aus gut." "Die Gesellschaft wird durch Wettbewerb und Privateigentum definiert." Da Menschen durch Aggressivität und mangelnde Kooperation korrumpiert werden, schlägt er zwei Lösungswege vor: Die Erziehung des Menschen, um das Böse zu beenden und gute Gefühle zu entwickeln, sowie den Abschluss eines Vertrages zwischen allen Menschen, um ein Gesetz zu schaffen, das für alle gilt. Für Rousseau ist die Regierung nur der Vertreter des allgemeinen Willens; alle Bürger sollten an der Gesetzgebung und der Wahl der Verantwortlichen beteiligt sein. Seine Sichtweise diente als Grundlage für die philosophische Romantik, die das europäische Denken im 19. Jahrhundert maßgeblich beeinflusste.

Denis Diderot und die Enzyklopädie

Denis Diderot kritisierte die korrupte Gesellschaft seiner Zeit und sah die Natur als Quelle der Wahrheit an. Als Rationalist und Materialist war er überzeugt, dass die Naturwissenschaften den technischen Fortschritt ermöglichen, weshalb er traditionelle Religionen ablehnte. Sein Ruhm beruht vor allem auf der Herausgabe der "Encyclopédie", einer Zusammenfassung des Wissens seiner Zeit. Sie wurde zwischen 1751 und 1772 in 17 Bänden veröffentlicht und verbreitete sich schnell in ganz Europa.

François Quesnay und die Physiokratie

François Quesnay stand an der Spitze der "Physiokraten", die eine Theorie über die Gesetze wirtschaftlicher Aktivitäten entwickelten. Diese besagt, dass die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes auf dem Reichtum aus Landwirtschaft und Bergbau basiert, nicht auf reinem Handel. Die Wirtschaft folgt natürlichen Prinzipien, wobei das individuelle Interesse den Mechanismus reguliert und die Gesellschaft im Gleichgewicht hält, sofern freier Wettbewerb herrscht. Quesnay unterteilte die Gesellschaft in drei Klassen:

  • Produktive Klasse: Personen in der Landwirtschaft, die als einzige einen Mehrwert (Produit Net) erwirtschaften.
  • Klasse der Eigentümer: Grundbesitzer, der König und die Geistlichkeit, die den Nettoerlös durch Mieten und Steuern erhalten und durch Ausgaben und Investitionen verteilen.
  • Sterile Klasse: Personen im verarbeitenden Gewerbe und Handel, die keinen neuen Mehrwert schaffen, aber für die Wirtschaft notwendig sind.

Nach dieser Theorie sollten Regierungen alle Hindernisse für die landwirtschaftliche Wertschöpfung entfernen und den Mechanismus von Angebot und Nachfrage zwischen den sozialen Schichten zulassen. Dies bedeutete eine Abkehr von der protektionistischen Politik des Merkantilismus hin zu mehr wirtschaftlicher Freiheit.

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