Bedeutende spanische Autoren des 20. Jahrhunderts

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Valle-Inclán

Sein Werk lässt sich in drei Entwicklungsstufen unterteilen:

  • Stufe der Sonaten: Sein Stil ist raffiniert. Das Hauptwerk ist die Tetralogie Sonaten.
  • Übergangsphase: Seine Romane sind geprägt von ländlichen, gewalttätigen Charakteren und einer härteren Sprache. Sein Meisterwerk ist der Karlistenkrieg.
  • Groteske Stufe (Esperpento): Die groteske Verzerrung der Realität durch konkave und konvexe Spiegel (inspiriert durch die Calle del Gato in Madrid) lässt Charaktere ihre Menschlichkeit verlieren.

Themen und Stil

Wichtige Themen sind Liebe, Tod, Religion und das ländliche Spanien (Galizien).

Wichtige Werke

  • Sonaten: (z. B. Herbstsonate, Frühjahrssonate). Die Hauptfigur, Marqués de Bradomín, ist ein „hässlicher, katholischer und sentimentaler“ Don Juan.
  • Karlistenkrieg: Eine Trilogie (Die Kreuzfahrer für die Sache, Der Schein des Feuers, Bonzen der Vergangenheit), die eine traditionelle Auffassung Spaniens präsentiert.
  • Tirano Banderas: Ein historischer Roman über den Sturz des Diktators Santos Banderas.
  • Die iberische Arena: Historische Romane über die Zeit von Königin Elisabeth II. bis zum Krieg in Kuba, darunter Das Gericht der Wunder.

Rafael Alberti

Wichtige Werke

Seine Lyrik kreist um Themen wie das Meer, Liebe, Schmerz, spirituelle Konflikte und das Exil.

  • Populistische Phase (1924–1926): Marinero en tierra (1924) gewann einen nationalen Poesiepreis und verbindet populäre Metrik mit der Sehnsucht nach dem Meer seiner Heimat Cádiz.
  • Neogongorina-Phase (1926–1929)
  • Surrealistische Phase (1929–1930): Über die Engel (1929) gilt als sein Meisterwerk und thematisiert spirituelle Konflikte, Liebe und Verzweiflung durch surrealistische Techniken.
  • Soziale Poesie (1930–1940): Der Dichter auf der Straße zeigt den Autor als revolutionären Dichter.
  • Poesie im Exil (1941–1947)

Sein Stil zeichnet sich durch Anaphern, freie Verse und surreale Bilder aus.

Federico García Lorca

Wichtige Werke

Lorca thematisiert Tod, Liebe und Enttäuschung, oft geprägt von Frustration und tragischem Schicksal.

  • Jugendphase (1921–1928): Einfluss von Modernismus und Surrealismus. Zigeunerromanzen (Gypsy Ballads) idealisiert die Roma als unschuldige Wesen.
  • Surrealistische Reifephase (1929–1936): Dichter in New York (1930) zeigt soziales Bewusstsein und eine traumhafte, surrealistische Sichtweise. Die posthum veröffentlichten Sonette der dunklen Liebe kehren zur Intimität zurück.

Stil

Lorca verbindet meisterhaft religiöse und populäre literarische Elemente sowie traditionelle Romanzen mit klassischen Versformen.

Luis Cernuda

Wichtige Werke

Cernudas Werk ist geprägt von seiner Überempfindlichkeit, seiner Homosexualität und dem Konflikt zwischen Realität und Wunsch.

  • Sevilla-Phase: Jahre des Lernens und der reinen Poesie.
  • Madrid-Phase (Surrealismus): Verbotene Lust thematisiert die Rebellion gegen gesellschaftliche Konventionen. Donde habite el olvido (Wo das Vergessen wohnt) ist ein „neo-romantisches“ Werk über den Schmerz der Liebe.
  • Exilphase: Desolation der Chimäre spiegelt Bitterkeit und Nostalgie wider.

Stil

Cernuda bevorzugt freie Verse kombiniert mit traditionellen Formen und vermeidet scharfe Reime. Sein Gesamtwerk ist in der Sammlung La realidad y el deseo (Die Realität und das Verlangen) zusammengefasst.

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