Die bedeutendsten Dichter und die Ästhetik des Barock
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Luis de Góngora (1561–1626)
Der aus Córdoba stammende Priester lebte am Hof in Madrid und widmete sich exklusiv der Poesie. Sein Werk umfasst:
- Letrillas: Humoristische Gedichte, meist in achtsilbigen Versen.
- Romanzen und Fabeln: Darunter das Werk von Weltrang Pyramus und Thisbe (1618).
- Soledades (Solitudes): Eine komplexe Komposition in Silvas, die das einfache, natürliche Leben preist und höfische Ambitionen sowie ländliche Szenen thematisiert.
- Polyphem und Galatea: Ein mythologisches Werk mit 504 Versen, das durch eine hochkomplexe, originelle Sprache besticht.
Góngoras Stil vereint volkstümliche Tendenzen, burleske Visionen der Realität und ernsthafte mythologische Reflexionen.
Lope de Vega (1562–1635)
Der in Madrid geborene Schriftsteller entstammte einer bescheidenen Familie und war eine komplexe, leidenschaftliche und sprunghafte Persönlichkeit. Er hatte zahlreiche Feinde, aber auch viele Bewunderer. Als produktiver Autor verfasste er über 500 Werke, von denen etwa 400 erhalten sind.
- Komödien: Bekannte Werke sind Der Hund des Gärtners und Die dumme Dame.
- Dramen: Er schrieb Bauerndramen (z. B. Fuenteovejuna) und tragische Dramen (z. B. Strafe ohne Rache).
- Seelsorge: Sein Werk Arcadia widmete er seiner letzten Liebe, Marta de Nevares.
Er gilt als Schöpfer der Neuen Komödie, die sich durch eine einfache Sprache und den geschickten Einsatz rhetorischer Figuren auszeichnet.
Baltasar Gracián
Neben Quevedo ist Gracián der bedeutendste Vertreter der didaktischen Prosa in Spanien. Er war Professor und Mitglied eines religiösen Ordens in Aragon. Seine Werke sind allegorisch, dicht und konzentriert. Sein Stil ist geprägt von kurzen Sätzen, Antithesen und Wortspielen. Er vertrat ein pessimistisches Weltbild, in dem die Welt als irreführend, bösartig und elend dargestellt wird.
Calderón de la Barca (1600–1681)
Sein Tod markiert das Ende des Barock. Er wurde mit 50 Jahren Priester und schrieb zahlreiche Autos sacramentales (sakramentale Spiele). Seine Komödien der Verwechslung (z. B. Die Dame Kobold oder Haus mit zwei Türen ist schwer zu hüten) zeichnen sich durch eine klare Handlungsstruktur und eine stärkere Einheit der Handlung aus. In seinem Werk ist Gott die letzte Instanz, die allen Konflikten einen Sinn verleiht.
Die Ästhetik des Barock
Die Barockästhetik übersteigert die Züge der Renaissance bis an ihre Grenzen:
- Kunst und Architektur: Bevorzugung von Bewegung, dynamischen Kontrasten, Licht- und Schattenspielen sowie geschwungenen Linien und prunkvollen Räumen.
- Ausdruck: Aufgeregte Gewandung, Detailreichtum und ausdrucksstarke Gesichter.
- Sprache: Ein Wechselspiel zwischen der einfachen, ausgewogenen Struktur und der Conceptismo-Schärfe, die auf genialen, geistreichen Ideen basiert.