Bernini und Borromini: Meister des römischen Barock

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Aus dem Süden und Norden Italiens kommend, ließen sich beide Künstler in Rom nieder und prägten die italienische Architektur maßgeblich bis ins frühe 18. Jahrhundert.

Gian Lorenzo Bernini: Der theatralische Architekt

Bernini ist ein Künstler, der sich besonders als Architekt und Dekorateur hervorhebt. Seine Architektur ist charakterisiert durch die Synthese, die Einfachheit der Formen, ein theatralisches Raumkonzept und die triumphale Botschaft seiner Konstruktionen.

Zu seinen bedeutenden Werken zählen der Baldachin von St. Peter sowie die Fassade von Sant’Andrea al Quirinale. Er versteht es, den Betrachter durch die Kombination verschiedener architektonischer Elemente der klassischen Sprache in Erstaunen zu versetzen.

Francesco Borromini: Fantasie und Dynamik

Borromini beschränkte sich rein auf die Tätigkeit als Architekt. Sein Werk bricht mit den bisherigen Formen durch eine enorme gestalterische Fantasie. Es zeichnet sich durch den Bau kleinerer Gebäude aus, deren Grundrisse einer symbolischen Idee entsprechen und die Sorge um die Beziehung zwischen Licht, Raum und städtischer Umwelt widerspiegeln.

Sein Werk zeigt eine Reihe von geschwungenen Linien, sowohl im Grundriss als auch im Aufriss, die eine große Dynamik und Mobilität im Gegensatz zur Ausgeglichenheit und Gelassenheit der Renaissance-Gebäude erzeugen. Das perfekte Beispiel hierfür ist die Kirche San Carlo alle Quattro Fontane in Rom, in der er alle ihn kennzeichnenden architektonischen Prinzipien anwendet.

Die Fassade der Kirche San Carlo von Borromini

Das Grundstück, auf dem das Gebäude errichtet wurde, war klein und unregelmäßig an einer Kreuzung von zwei Straßen gelegen. Die Fassade wird sowohl im Grund- als auch im Aufriss von einer geschwungenen Linie dominiert. Sie ist in zwei Abschnitte unterteilt, die durch ein Gebälk voneinander getrennt sind.

In beiden Abschnitten werden zwei verschiedene Säulengrößen kombiniert, was ein größeres Gefühl von Dynamik vermittelt, ebenso wie zwei verschiedene Arten von Öffnungen (rechteckig und oval). Im oberen Bereich wird die zentrale Achse durch einen kleinen Schrein verstärkt, auf dem ein ovales Medaillon steht. Dieses wird von zwei Engeln gestützt, die sanft ein Gefühl von Instabilität zum Boden hin erzeugen. Die Konstruktion schließt im zentralen Teil mit einer Balustrade ab, die der Form des Medaillons entspricht. Die Skulptur ist hierbei vollständig in die Architektur integriert.

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