Betonieren unter widrigen Bedingungen: Profi-Tipps

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Betonieren unter widrigen Bedingungen

Betonieren bei kalter Witterung

Vorsichtsmaßnahmen:

  • Frischbeton bei Temperaturen unter 5 °C schützen.
  • Kein Kontakt mit Betonelementen, deren Temperatur unter 0 °C liegt.
  • Die Temperatur des Betons muss für ein bis drei Tage über 5 °C gehalten werden.

Maßnahmen zur Temperaturkontrolle

  • Anpassung der Dosierung.
  • Verwendung von Zement mit hoher Frühfestigkeit.
  • Einsatz von Erhärtungsbeschleunigern.
  • Höhere Zementdosierung als üblich wählen.
  • Verwendung wärmebehandelter Komponenten.
  • Wasser auf bis zu 40 °C erwärmen und die Mischzeit verlängern.
  • Bei Erwärmung des Wassers über 40 °C zuerst die Gesteinskörnung zugeben, bevor der Zement hinzugefügt wird.
  • Vorwärmen der Gesteinskörnung oder des Sandes.
  • Wärmebehandlung des eingebauten Betons vor Ort.
  • Schutz der betonierten Oberflächen.
  • Verzögerung des Ausschalens, wenn die Schalung als Isolator wirkt.
  • Schaffung einer künstlichen Umgebung (Einhausung).

In Kälteperioden verzögern sich das Abbinden und Erhärten. Die Zeitpunkte für das Entschalen und das Entfernen der Stützen müssen unbedingt berücksichtigt werden. Im Zweifelsfall ist die Festigkeit durch Tests zu prüfen, um gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Betonieren bei heißem Wetter

Es gilt, die Verdunstung des Mischwassers zu verhindern. Hohe Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit und hohe Windgeschwindigkeiten sind kritische Faktoren. Eine zu schnelle Verdunstung führt zu Festigkeitsverlusten und erhöhter Schwindrissbildung.

Maßnahmen gegen Hitze:

  • Verwendung von kaltem Wasser, ggf. unter Zugabe von Eis-Chips oder Eisstücken.
  • Schutz der Gesteinskörnung und Schalungen vor direkter Sonneneinstrahlung.
  • Schutz des Betons während der Verarbeitung vor Sonnenlicht, um die Feuchtigkeit zu erhalten.
  • Zusätzliches Befeuchten des eingebauten Betons.
  • Bei Temperaturen über 40 °C (oder 35 °C bei großflächigen Bauteilen) sollte nicht betoniert werden.
  • Bei grenzwertigen Temperaturen müssen Schalungen und freiliegende Flächen für mindestens 10 Tage bewässert werden.

Unterwasserbetonieren

Dies stellt einen Sonderfall der Betonage dar. Dabei muss das Auswaschen des Betons vermieden werden. Beton darf nicht in fließendes Wasser (max. Fließgeschwindigkeit 2 m/s) eingebracht werden. Die Betonage sollte niemals bei Temperaturen unter 4 °C erfolgen. Bei aggressivem Wasser sind Spezialzemente zu verwenden, um die Dauerhaftigkeit zu garantieren.

Empfehlungen für die Ausführung:

  • Einsatz einer Entlastungspipeline (Schüttrohr).
  • Das mit Beton gefüllte Rohr muss einen hydrostatischen Druck aufweisen, der den maximal zu erwartenden Druck in der Schalung übersteigt.
  • Das Rohrende muss stets sicher (1 bis 1,5 m) in die Frischbetonmasse eingetaucht bleiben.
  • Die oberste Schicht des Betons, die während des Unterwasserbetonierens mit Wasser in Kontakt kommt, muss entfernt werden (ca. 0,5 bis 1 m).
  • Das Schüttrohr darf unter Wasser nicht horizontal bewegt werden; der Beton muss seitlich fließen und stets unter den bereits eingebrachten Beton gelangen.

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