Bevölkerungspyramiden & Demografischer Übergang
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Bevölkerungspyramiden und demografischer Übergang
Typen von Bevölkerungspyramiden
- Pyramidenform (Sonnenschirm / Traditionell): Diese Form weist eine breite Basis auf, was bedeutet, dass die Balken der jungen Altersgruppen sehr lang sind. In den oberen Bereichen zeigt sich, dass die Sterblichkeit der älteren Bevölkerung rasch zunimmt. Kommentar: Es herrscht eine hohe Geburtenrate; viele Kinder werden geboren, aber es sterben auch viele Menschen. Es gibt nur ein geringes Bevölkerungswachstum. Diese Pyramide ist typisch für antike Gesellschaften.
- Glockenform (Allmählicher Rückgang der Sterblichkeit): Die Balken beginnen sich zum Scheitel hin zu verlängern, die Basis bleibt jedoch weiterhin sehr breit. Kommentar: Die Geburtenrate ist hoch. Da die Sterblichkeit zu sinken beginnt, nimmt das Bevölkerungswachstum stark zu. Diese Form ist typisch für Gesellschaften am Beginn ihrer Entwicklung.
- Urnenform (Anpassung): Diese Form präsentiert an der Basis etwa die gleiche Breite wie an der Spitze, mit Balken ähnlicher Größe in den verschiedenen Altersgruppen. Kommentar: Die Geburtenrate beginnt zu sinken, während die Sterblichkeitsrate niedrig bleibt. Die Lebenserwartung verlängert sich. Die Bevölkerung kann ein Null-Wachstum erreichen.
- Pilzform / Geschossform (Modern): Hier ist die Basis schmaler als der Rumpf, während der Scheitelpunkt breit bleibt. Kommentar: Sowohl Geburtenrate als auch Sterberate sind niedrig. Das Wachstum wird negativ. Diese Pyramide ist typisch für entwickelte Bevölkerungen.
Das demografische Übergangsmodell
- Phase 1: Demografisches Ancien Régime (Prätransformative Phase).
- Phase 2: Demografische Revolution (Bevölkerungsboom). Die Sterblichkeit sinkt aufgrund von Verbesserungen in der Hygiene.
- Phase 3: Die Sterblichkeit sinkt weniger schnell. Es folgt ein progressiver Rückgang der Geburtenraten. Die Gründe hierfür sind: Die Kindersterblichkeit ist stark gesunken, Familienplanung setzt ein und Frauen werden verstärkt in die Arbeitswelt integriert.
- Phase 4: Die Bevölkerung stagniert. Geburten- und Sterberate sind sehr niedrig, bei gleichzeitig hoher Lebenserwartung und einer fortschreitenden Alterung der Bevölkerung.
Demografische Situation in Entwicklungsländern
- Phase 1: Diese Phase dauerte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts an.
- Phase 2: Trat in den 1950er bis 1970er Jahren ein. Gründe waren Verbesserungen in Hygiene, Medizin und Ernährung. Medizinische Fortschritte wurden durch internationale Zusammenarbeit und Unterstützung der reichsten Länder erreicht.
- Phase 3: In den ärmsten Ländern bleiben die Geburtenraten weiterhin sehr hoch. Probleme bei der Bereitstellung von Verhütungsmitteln sowie die ländlich geprägte Struktur kennzeichnen diese Länder. Das Bevölkerungswachstum geht nicht mit der Ressourcenproduktion einher.
Situation in westlichen Ländern
In westlichen Ländern zeigt sich eine fortschreitende Überalterung der Bevölkerung aufgrund sinkender Geburtenraten und einer niedrigen Fruchtbarkeit (ca. 1,5 Kinder pro Frau). Gründe hierfür sind unter anderem die hohen Wohnkosten (weshalb Menschen erst spät heiraten und weniger Kinder haben), die veränderte Rolle der Frau in der Gesellschaft sowie eine allgemein erhöhte Lebenserwartung.