Die Bilanz: Aufbau, Struktur und Bewertungsgrundlagen
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Bilanz: Definition und Bedeutung
Die Bilanz ist ein Buchhaltungsbeleg, der die Zusammensetzung und den Wert der Aktiva eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt widerspiegelt. Ihre Daten sind wie ein wirtschaftliches Abbild des Vermögens; es handelt sich um statische Informationen mit Bezug auf ein bestimmtes Datum.
Um die Veränderung des Eigenkapitals im Rahmen der Geschäftsperiode zu beurteilen, müssen die Daten mit denen der Vorperiode verglichen werden.
Rechtliche Grundlagen: HGB Artikel 35.4
In jedem Punkt der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Finanzaufstellung sollten zusätzlich zu den Zahlen des abgeschlossenen Jahres die Werte für das unmittelbar vorangegangene Jahr aufgeführt werden.
Struktur der Bilanz
Die Bilanz folgt präzisen Design-Kriterien. Bisher haben wir die Bilanzsumme in drei große Massen unterteilt:
- Aktiva: Vermögenswerte und Rechte des Unternehmens (Anwendung der Mittel).
- Eigenkapital: Das Reinvermögen des Unternehmens.
- Passiva: Verpflichtungen des Unternehmens (Herkunft der Mittel).
Klassifizierung der Aktiva
Die Aktiva werden nach dem Kriterium der Verfügbarkeit oder Liquidität sortiert – also danach, wie leicht ein Gegenstand oder ein Recht in Bargeld umgewandelt werden kann. Die Sortierung erfolgt von niedriger zu hoher Verfügbarkeit:
- Maschinen: Geringe Verfügbarkeit, da sie für die Produktion benötigt werden.
- Vorräte: Höhere Liquidität, da sie meist innerhalb eines Jahres verkauft werden.
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Hohe Verfügbarkeit, da sie kurzfristig realisiert werden.
- Bankguthaben und Kasse: Höchste Liquidität.
Unterteilung der Aktiva
- a) Langfristiges Vermögen (Anlagevermögen): Vermögensgegenstände, deren Verbleib im Unternehmen auf mehr als ein Jahr geschätzt wird.
- b) Umlaufvermögen: Vermögenswerte, die innerhalb des normalen Geschäftszyklus (in der Regel maximal ein Jahr) verkauft, verbraucht oder realisiert werden sollen.
Klassifizierung der Passiva
Die Passiva werden nach dem Kriterium der Fälligkeit sortiert. Eine Passivkomponente ist umso dringlicher, je kürzer die Frist für die Erfüllung der Verpflichtung ist. Die Sortierung erfolgt vom niedrigsten zum höchsten Grad der Fälligkeit:
- A) Eigenkapital
- B) Langfristige Verbindlichkeiten
- C) Kurzfristige Verbindlichkeiten
Quelle: "Accounting and Taxation" U-11, Luis Rodero Díez, 02/03/2009, Seite 4