Die Bildhauerei des Cinquecento
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Sculpture (Cinquecento)
Allgemeine Eigenschaften
Die Skulptur des Cinquecento suchte Pracht und fand Inspiration in klassischen Werken. Die direkte Betrachtung der künstlerischen Hauptstadt Rom half dabei, den neuen Stil zu konfigurieren. Durch die Entdeckung der hellenistischen Laokoon-Gruppe im Jahr 1506 wurden viele griechische und römische Skulpturen von Adligen und Priestern geschätzt und den vatikanischen Sammlungen zugeordnet. Die Studie über die nackte menschliche Gestalt wurde mit größerer Strenge vorangetrieben.
Im Quattrocento passte eine idealisierte Vision, die das Heroische und Riesige hervorhob, nicht zu den religiösen Themen. Andrea Sansovino führte Arbeiten aus, die religiösen und Begräbnis-Kontexten unterlagen. Jacopo Tatti, genannt Sansovino, meißelte Werke in Marmor und Bronze.
Michelangelo Buonarroti
Michelangelo Buonarroti dominierte die Skulptur dieser Zeit. Seine Produktion fasste alle Fortschritte des Quattrocento zusammen und wies bereits auf den Manierismus und die Barockskulptur voraus. Seine perfekten Kenntnisse der Anatomie ermöglichten es ihm, den menschlichen Körper, Muskeln und Adern präzise darzustellen. Seine Werke enthalten eine potenzielle Bewegung, die den Akt der Zeit des Barock vorwegnimmt.
- Frühwerk: Einfluss von Donatello und della Quercia (Grandiosität und Anatomie), wie in der Madonna der Treppe und dem Kampf der Kentauren und Lapithen.
- Pietà: Bei seiner ersten Ankunft in Rom schuf er die Pietà im Vatikan mit exquisiter Perfektion. Das Thema des Schönheitsideals steht im Vordergrund, mit weniger Pathos als in der Gotik, wobei der geistige Schmerz dennoch evident ist.
- David: In Florenz schuf er den David (Accademia), der durch seine Größe und die detaillierte anatomische Studie besticht.
Spätwerk und Grabmäler
In Rom entstand das Grabmal für Papst Julius II. (in der Kirche San Pietro in Vincoli). Die Figuren Rachel, Lea und Moses, dessen Gesichtsausdruck Michelangelos terribilità verkörpert, sind zentral. Die Spannung des nackten menschlichen Körpers zeigt sich in den Sklaven, die heute im Louvre und in der Accademia in Florenz zu finden sind.
Zwischen 1520 und 1534 schuf er das Grabmal der Medici in San Lorenzo in Florenz. Die sitzenden Statuen von Lorenzo und Giuliano de' Medici werden von den allegorischen Figuren Dämmerung, Morgenröte, Tag und Nacht begleitet, die bereits manieristische Züge tragen.
In seiner letzten Phase schuf er skulpturale Arbeiten mit religiösen Themen, die seine geistige Krise widerspiegeln, wie die Pietà Rondanini, die das Prinzip des non finito umreißt.
Weitere Bildhauer
Zu den weiteren bedeutenden Bildhauern zählen:
- Benvenuto Cellini: Autor des Perseus.
- Giambologna (Jean de Boulogne): Autor des Merkur und von Reiterstandbildern, wie dem von Philipp III. auf der Plaza Mayor in Madrid.