Bildung im alten China: Konfuzius und die sechs Künste

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Bildung im alten China: Historischer Kontext

Die Bildungsgeschichte des alten Chinas lässt sich in zwei wesentliche Epochen unterteilen:

  • Vorkonfuzianische Phase (15.–6. Jh. v. Chr.): Diese Ära war geprägt von der Shang-Dynastie. Zu dieser Zeit wurde bereits eine Schrift verwendet, und die soziale Struktur war streng hierarchisch gegliedert.
  • Konfuzianische Phase: Geprägt durch Kong Fuzi, besser bekannt als Konfuzius (6. Jh. v. Chr.). Er war der bedeutendste Vertreter des Denkens, das den Lebensweg und die Bildung des chinesischen Volkes über Jahrhunderte hinweg bestimmte. Er war ein Zeitgenosse von Buddha, Pythagoras und Heraklit. Sein Schüler Menzius war ein Zeitgenosse von Aristoteles.

Die chinesische Kultur besitzt einen starken Sinn für das Politische, Administrative und Bürokratische, der über dem religiösen Empfinden steht. Dank der Ausdehnung und Fruchtbarkeit des Bodens war die Gesellschaft weitgehend autark.

Religion und Philosophie

Die Religion war als hierarchischer Polytheismus organisiert. An der Spitze stand der Himmel, dem jedoch nicht die Erschaffung der Welt zugeschrieben wurde. Die Menschen traten durch Gebete und Opfer mit Gott in Verbindung. Zudem gab es niedere Gottheiten, wie den Gott der Erde. Der Taoismus (die Lehre des Laotse) ist ein philosophisch-religiöses Konzept mit ausgeprägt nihilistischem, enthaltsamem und quietistischem Charakter, das die Untätigkeit predigt.

Konzept und Ziele der Bildung

Nach Konfuzius entspringt Bildung der aufrichtigen Wertschätzung und Akzeptanz der eigenen Person. Eine schlechte Erziehung der Natur käme einer Perversion des Menschlichen gleich. Die Rolle des Lehrers ist sekundär; der eigentliche Bildungsprozess beginnt im Inneren des Lernenden.

Im alten China verfolgte die Bildung drei Hauptziele:

  • Ethisch-geistig: Dies bezieht sich auf das Erreichen von Pietät und den Erwerb von Tugenden.
  • Intellektuell: Dies zielt auf die Vermittlung von Kultur und Wissen ab.
  • Biologisch: Dies betrifft das körperliche Altern und die Gesundheit.

In der vorkonfuzianischen Zeit gab es vier zentrale Interessensbereiche: das sittliche Leben der Menschen, Pietät, Musik und Zeremonien sowie die Notwendigkeit des Krieges zur Aufrechterhaltung der Gesellschaft.

Akteure, Inhalte und Quellen

Der Ausbildungsplan war in den sechs Künsten strukturiert, die folgende Ziele verfolgten:

  • Sittliche Erziehung: Vermittelt durch Musik und Zeremonien.
  • Körperliches Training: Bogenschießen und Wagenlenken.
  • Intellektuelle Ausbildung: Das Erlernen von Schreiben und Mathematik.

Die klassischen Schriften

Die Klassiker, die den Inhalt der Bildung bildeten, wurden in zwei Gruppen unterteilt:

  • Vorkonfuzianische Werke: Das Buch der Urkunden (Geschichte), das Buch der Lieder (Oden), das Buch der Wandlungen (Mutationen), das Buch der Riten (Zeremonien), das Buch der Musik sowie die Frühlings- und Herbstannalen.
  • Konfuzianische Werke: Die Analekten (Symposien), Das Große Lernen, Maß und Mitte sowie das Buch des Menzius.

Das Ideal des Weisen (Ju)

Die Figur des Weisen, genannt Ju, zeichnet sich laut Konfuzius durch fünf Eigenschaften aus:

  1. Unabhängigkeit: Die Intelligenz wächst ständig, um bei Bedarf beratend tätig sein zu können.
  2. Erscheinungsbild: Ein ordentliches Auftreten in der Tracht und vorsichtiges Handeln.
  3. Charakterstärke: Ziele werden nicht durch Gewalt erreicht.
  4. Verantwortungsbewusstsein: Ein Leben im Einklang mit den Zeitgenossen unter Berücksichtigung der Vorfahren.
  5. Geistige Klarheit und Großzügigkeit: Das Bestreben, Kenntnisse zu erweitern, ohne von der Wahrheit abzuweichen.

Fehler in der Lehre

Lehrfehler entstehen laut der Lehre in vier Bereichen: zu viel lernen, zu wenig lernen, die Dinge zu leicht nehmen oder zu schnell entmutigt sein.

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