Bildungsziele formulieren: Modelle & Methoden im Vergleich

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Definition von Bildungszielen

Ziele sind die Absichten, die als pädagogischer Leitfaden für die Planung und Umsetzung der schulischen Aktivitäten benötigt werden, um die wichtigsten pädagogischen Vorgaben unseres Rechtssystems zu erfüllen. Sie bieten Lehrkräften eine grundlegende Orientierung bei der Planung ihrer Bildungsangebote.

Das präskriptive Modell der Zielformulierung

Dieses Modell entstand im frühen 20. Jahrhundert mit der Einführung einer technischen Mentalität, die sich insbesondere an Rentabilitätsparametern orientierte.

Es verändert den Ansatz der Zielsetzung grundlegend. Je nach Ausgestaltung des Lehrplans werden die Bestimmung der Inhalte, Methoden und Mittel als Maßnahmen vorgeschlagen, woraus sich die Bewertung ergibt. Im präskriptiven Modell bilden die Ziele die Achse, um die der gesamte Lehrplan strukturiert ist.

Das humanistische Modell und seine Ziele

Basierend auf der humanistischen Psychologie, vertreten durch Carl Rogers und Abraham Maslow, stellt der humanistische Ansatz eine Reaktion auf das präskriptive Modell dar. Er hinterfragt eine Reihe von Ansätzen bezüglich der Funktionalität und Praktikabilität der bisherigen Zielbestimmung.

Dieser Ansatz umfasst ganzheitliche Lehrplanmodelle, die als Moderatoren des Lernens dienen und einen inhärenten erzieherischen Wert besitzen, unabhängig von den Zwecken, auf die sie ausgerichtet sind.

Integrative Ansätze zur Zielformulierung

Da zwei gegensätzliche Positionen existieren (das normative und das humanistische Modell), suchen wir nach einer besseren Lösung zur Optimierung des Bildungsprozesses. Diese Lösung liegt in einem integrativen Ansatz, der sich durch Komplexität und eine Vielfalt an Lösungsvorschlägen auszeichnet. Diese lassen sich in zwei Perspektiven unterteilen:

  • Erste Perspektive: Diese wird neben dem normativen Modell unter anderem von Elliot Eisner vertreten. Sie ist eng mit dem Konzept von John Dewey verbunden, welches besagt, dass der Mensch die Verantwortung für seinen eigenen Bildungsprozess trägt. Die Aufgabe der Lehrkraft besteht im Wesentlichen darin, als Stimulator und Ratgeber im Lernprozess der Schüler zu wirken. Die Schule trägt hierbei eine doppelte Verantwortung: Einerseits die Vermittlung von Kultur durch die Aneignung bestehender Codes und intellektueller Fähigkeiten durch die Schüler, andererseits der Beitrag zur kulturellen Bildung der Schüler durch die Interpretation und Weiterverarbeitung des vorgefundenen Materials.
  • Zweite Perspektive: Ihre Vertreter, wie Robert J. Yinger und Christopher M. Clark, weichen vom rein präskriptiven Modell ab und konzentrieren sich auf das Denken und die Entscheidungsfindung in proaktiven und interaktiven Unterrichtssituationen. Dieser Prozess wird in drei Stufen entwickelt:
    • Schritt 1: Formulierung des Problems, das durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren verursacht wird.
    • Schritt 2: Lösung des Problems durch einen Mechanismus namens "Design-Zyklus".
    • Schritt 3: Umsetzung des Plans, Bewertung und Verallgemeinerung.

Dieser Ansatz bedeutet keine Ablehnung von Zielen und Vorgaben, sondern deren Einbindung in den Prozess als mögliche Erwartungen, die auf der Komplexität der Situation beruhen.

Aus dieser Perspektive ist die Bildungsplanung ein Entscheidungsprozess, der im Vorfeld der Unterrichtsentwicklung stattfindet.

Elemente und Bestandteile von Bildungszielen

  • Subjekt (Akteur): Es muss immer einen Akteur geben; in unserem Fall ist dies in der Regel der Schüler.
  • Verhalten: Es wird durch ein Verb ausgedrückt. Die Formulierung eines Ziels sollte sich nach der Art des Inhalts richten: kognitiv/konzeptionell (z. B. vergleichen, erklären, analysieren), prozedural/verfahrensorientiert (z. B. organisieren, anwenden, beobachten) oder affektiv/einstellungsbezogen (Werte, Interessen, Haltungen).
  • Inhalt: Steht in Verbindung mit dem Verb im Mittelpunkt des Ziels. Es bildet das direkte Objekt des Satzes.
  • Zweck: Es sollte immer eine bestimmte Absicht dahinterstehen (im Sinne des Planers); dies entspricht dem indirekten Objekt des Satzes.
  • Bedingungen: Dies sind die Kriterien, welche die Operationalisierung und Umsetzung der eigenen Unterrichtsziele erleichtern. Sie sind für eine präzise Bewertung sowie für die Durchführung und Überwachung der Leistung von Bedeutung.

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