Bismarck, das Bündnissystem und der Kolonialimperialismus
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Bismarck und das System des bewaffneten Friedens
Als Bismarck die Vereinigung Deutschlands erreichte, konzentrierte er sich auf die Schaffung des Bismarck-Systems. Sein Ziel war die Isolierung Frankreichs, das den Verlust von Elsass und Lothringen während des Deutsch-Französischen Krieges übel nahm und die Stabilität des deutschen Staates bedrohen konnte. Dadurch wurde die Hegemonie Deutschlands bekräftigt. Die drei Bismarckschen Bündnissysteme wurden durch die Vereinigung von Deutschland, Russland und Österreich-Ungarn (später auch Italien) aufgebaut. Diese zerfielen jedoch immer wieder aufgrund der Rivalität zwischen Russland und Österreich-Ungarn um die Vorherrschaft auf dem Balkan.
Der Zusammenbruch des politischen Rahmens
Dieser politische Rahmen brach mit dem Aufstieg von Wilhelm II. zusammen, der auf die Dienste Bismarcks verzichtete (Bismarck trat 1890 zurück). Darüber hinaus entstanden anti-germanische Allianzen wie die Triple Entente, bestehend aus England, Frankreich und Russland. Der deutsche Kaiser reagierte darauf, indem er Konflikte in Afrika und auf dem Balkan provozierte.
Der Bewaffnete Friede (1871–1914)
Während des Bewaffneten Friedens gab es in Europa fast keine Kriege, doch die militärische Entwicklung der Länder schritt voran. Der Friede schien gesichert, doch Ängste und das Misstrauen ließen die Hoffnungen auf dauerhafte Stabilität schwinden.
Ursachen des Kolonialimperialismus
Die Entwicklung der zweiten Phase der Industriellen Revolution (geprägt durch das Großkapital) veranlasste die stärker industrialisierten Länder dazu, intensiv nach neuen Gebieten für die Versorgung mit Rohstoffen und Energiequellen zu suchen sowie Kapital anderweitig zu investieren. Diese Situation führte dazu, dass die großen europäischen Mächte sowie später die USA und Japan weite Teile Afrikas, Asiens und Ozeaniens eroberten, um diese Gebiete wirtschaftlich zu nutzen und Kolonien zu gründen.
Faktoren der kolonialen Expansion
- Bevölkerung und Soziales: Das europäische Bevölkerungswachstum und der Einsatz von Maschinen (der zu Arbeitslosigkeit führte) regten die Auswanderung in die Kolonien an.
- Politik: Die angespannten internationalen Beziehungen forderten die Regierungen dazu auf, ihr Prestige und ihre Macht zu steigern.
- Wissenschaft: Der Wunsch, neue Gebiete zu erforschen, und die Gründung geographischer Gesellschaften weckten das Interesse an unbekannten Orten.
- Kultur: Der Glaube an die Überlegenheit der weißen Rasse führte dazu, dass es als Pflicht angesehen wurde, den Fortschritt der Zivilisation sowie die europäische Kultur und die christliche Religion zu vermitteln.
- Technik: Die Expansion wurde zudem durch Fortschritte im Bereich Transport und den Bau neuer Kommunikationswege wie den Suez-Kanal gefördert.