Bourbonische Reformen und die Industrielle Revolution

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Politische Reformen unter den Bourbonen

Der Dynastiewechsel führte unter den Bourbonen ein neues Regierungsmodell ein, das vom französischen Absolutismus inspiriert war. Der König, umgeben von seinem Hofstaat, wurde zum einzigen Zentrum der Entscheidungsfindung. Philipp V. war der erste Bourbonenkönig, der die Macht zentralisierte, indem er die Privilegien und das geltende Recht in den verschiedenen Gebieten der Krone von Aragon durch die Decretos de Nueva Planta abschaffte. Das alte habsburgische Modell der Regierungsberatung wurde durch ein Kabinett ersetzt, das aus Ministern oder Staatssekretären bestand.

Wirtschaftliche Reformen

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft war durch natürliche Einschränkungen, ein trockenes Klima und fruchtarmes Gelände geprägt. Die Aufklärung kritisierte die ungünstige Verteilung des Grundbesitzes, insbesondere die „tote Hand“ (kirchlicher Besitz) und das Erstgeburtsrecht. Karl III. vergab königliche Ländereien in der Sierra Morena an ausländische Siedler zur Bewirtschaftung.

Handel, Industrie und Finanzen

Der Handel wurde durch interne Zölle und schlechte Straßen behindert, weshalb die Bourbonen öffentliche Arbeiten förderten. Die aufgeklärten Regierungen unterstützten die heimische Industrie, insbesondere die Textilbranche, durch die Schaffung zahlreicher Webstühle in ländlichen Gebieten.

Kataster

Im Laufe des Jahrhunderts wurden mehrere Kataster erstellt, wobei das wichtigste nach dem Minister Ensenada benannt wurde.

Kreolen

Als Kreolen bezeichnete man die in Amerika geborenen Nachfahren spanischer Einwanderer. Sie waren von bedeutenden Ämtern in der Kolonialverwaltung ausgeschlossen.

Die Erste Industrielle Revolution

Die erste Industrialisierung begann um 1750 in England, primär in der Textilindustrie. Baumwolle ersetzte zunehmend Wolle als Rohstoff. Die Produktion stieg durch mechanisierte Erfindungen, wie den 1785 entwickelten Webstuhl mit Dampfmaschine.

Die Stahlindustrie

Dieser Sektor wuchs durch die steigende Nachfrage nach Eisenwerkzeugen und Maschinen für die Landwirtschaft und Textilproduktion.

Die Zweite Industrielle Revolution

Ab 1859 entwickelten sich neue führende Industrienationen wie Deutschland, die USA und Japan:

  • Energie: Erdöl und Elektrizität ergänzten die Dampfkraft.
  • Stahlindustrie: Durch das Bessemer-Verfahren konnten große Mengen Eisen effizient in Stahl umgewandelt werden.
  • Chemische Industrie: Entwicklung synthetischer Produkte wie Düngemittel, Farbstoffe, Sprengstoffe und Pharmazeutika.
  • Verkehr: Erfindung des Benzinmotors (1886) und Beginn der Luftfahrt.

Wirtschaftliche Organisationsformen

  • Kartelle: Zusammenschluss von Unternehmen derselben Branche zur Preisabsprache und Mengenregulierung.
  • Trusts: Fusion von Unternehmen derselben Branche zur Marktkontrolle.
  • Holdings: Finanzgesellschaften, die Anteile an verschiedenen Unternehmen halten.

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