Das British Empire und die Berliner Konferenz

Eingeordnet in Sozialwissenschaften

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,68 KB

Das British Empire

Die Expansion begann im Jahr 1815 auf dem Wiener Kongress, bei dem man an der Aufteilung Europas interessiert war. Großbritannien suchte gezielt nach Inseln, die als strategische Stützpunkte in allen Ozeanen der Welt dienten, damit englische Schiffe jederzeit in deren Häfen einlaufen konnten.

  • Sie schufen eine durchgehende Herrschaft, die es ihnen ermöglichte, Infrastruktur wie Eisenbahnen zu bauen, ohne ihren Besitz zu gefährden.
  • Indien war eine Ausbeutungskolonie, die enormen Reichtum einbrachte und als das „Juwel in der Krone“ bezeichnet wurde.

Man war primär an der Kontrolle aller Seewege interessiert. Auf dem Landweg fürchtete man jedoch, dass Russland oder China nach Indien vordringen könnten. Dies führte zur Schaffung von Pufferstaaten wie Afghanistan, Tibet und Persien. Indien bot alle Arten von Rohstoffen und reichlich Arbeitskräfte. Großbritannien investierte in Eisenbahnen, Häfen und Städte und gab viel Geld aus, wohl wissend, dass der wirtschaftliche Ertrag noch größer sein würde. Indien bildete die Grundlage des britischen Reichtums.

Die weitere Expansion des Reiches

  1. England errichtete ein Protektorat in Ägypten.
  2. Kontrolle des Suezkanals: Dieser war ursprünglich in französischem Besitz, doch das Unternehmen ging in Konkurs. England kaufte alle Anteile und sicherte sich die Kontrolle über den Kanal.
  3. Eroberung des Sudans: Am Zusammenfluss der Interessen von Frankreich und England kam es zur Faschoda-Krise. England siegte und zwang Frankreich zum Rückzug.
  4. Erschließung der Seenregion und des Kongos.
  5. England beabsichtigte, Angola und Mosambik zu verbinden, besetzte stattdessen jedoch das Gebiet von Rhodesien. Portugal stellte sich England nicht entgegen und überließ das Territorium den Briten.
  6. Die Kapkolonien: Diese Gebiete gehörten ursprünglich den Niederlanden (Buren). England besaß zunächst nur Kapstadt. Im 19. Jahrhundert wurden in Orange, Natal und Transvaal große Diamantenminen entdeckt. Die Buren wurden besiegt und das Gebiet fiel an England. Das südliche Afrika wurde in die Südafrikanische Union umbenannt, wobei die einheimische Bevölkerung durch die Politik der Apartheid (Rassentrennung) unterdrückt wurde.

Damit festigte England seine kontinuierliche Herrschaft.

Die Kongo-Frage und die Berliner Konferenz

Um den Kongo zu erforschen, finanzierte König Leopold II. von Belgien eine wissenschaftliche Expedition. Gleichzeitig versuchten jedoch auch italienische und französische Expeditionen, die Quelle des Kongo zu finden. Dies führte zu Spannungen hinsichtlich der Gebietsansprüche, die einen internationalen Krieg auszulösen drohten.

Die Berliner Konferenz (1884/85)

Unter dem Vorsitz von Bismarck wurde die Konferenz einberufen, um als Schiedsrichter die Regeln für die Kolonialisierung festzulegen:

  1. Nur ein Land, das ein Gebiet tatsächlich besetzt hält, hat einen rechtmäßigen Anspruch darauf (die alten Ansprüche von Spanien und Portugal in Amerika galten nicht mehr).
  2. Große Flüsse und Seen sind international und für die Schifffahrt frei zugänglich, was besonders vorteilhaft für England war.
  3. Die Rechte der Völker müssen geachtet werden; Sklaverei ist untersagt.
  4. Die Gebietsgrenzen wurden zwischen Belgien, Frankreich, Portugal und Italien festgelegt.

Durch diese internationale Konferenz konnte ein drohender Krieg abgewendet werden.

Verwandte Einträge: