Das Byzantinische Reich und das Frühmittelalter
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Lektion 6: Das Byzantinische Reich
Die Leistungen Roms während der Republik und der Kaiserzeit trugen maßgeblich zur Bildung eines großen Reiches rund um das Mittelmeer bei, das bis zu den Invasionen germanischer Völker im Jahr 395 Bestand hatte.
Das Weströmische Reich
Das Weströmische Reich verschwand im Jahr 476, als der Heruler-König Odoaker den letzten römischen Kaiser, Romulus Augustulus, absetzte.
Das Byzantinische Reich
Das Oströmische Reich, später als Byzantinisches Reich bekannt, überlebte die germanischen Invasionen bis 1453. Der Name leitet sich von Byzanz ab, der Stadt, die Kaiser Konstantin im Jahr 330 zur Hauptstadt ausbaute und als „Neues Rom“ bezeichnete.
Territoriale Entwicklung und Justinian
Trotz Bedrohungen durch Westgoten, Hunnen und Ostgoten umfasste das Reich im 6. Jahrhundert den Balkan, Griechenland, Kleinasien, Syrien und Ägypten. Unter der Herrschaft von Justinian erreichte das Byzantinische Reich seine maximale Pracht. Er eroberte Gebiete im Westen zurück, darunter Nordafrika, Sizilien, Italien und den Südosten Hispanias.
Krise und Verwaltung
Ab der Mitte des 11. Jahrhunderts geriet Byzanz in eine tiefe Krise. Es musste sich gegen Normannen im Westen und Kreuzfahrer im Osten verteidigen. Der Kaiser, ab dem 7. Jahrhundert als Basileus bezeichnet, konzentrierte die politische, militärische und administrative Macht auf sich. Eine organisierte Bürokratie und ein schlagkräftiges Heer sowie eine starke Marine sicherten das Überleben des Reiches.
Wirtschaft und Gesellschaft
- Landwirtschaft: Die wichtigste wirtschaftliche Basis, organisiert in großen Ländereien des Adels oder der Klöster.
- Handwerk: Herstellung von Luxusgütern wie Seide, Textilien, Silberwaren und Emails.
- Handel: Konstantinopel war ein zentraler Knotenpunkt für den Handel mit Seide und Gewürzen aus dem Orient.
Die Gesellschaft gliederte sich in drei Gruppen: die Aristokratie, die Beamten und Mönche sowie die unterste Schicht aus Dienern und Sklaven.
Religion und Kultur
Der Kaiser ernannte den Patriarchen von Konstantinopel und griff aktiv in kirchliche Angelegenheiten ein. Die Rivalität zwischen dem Patriarchen und dem Papst in Rom führte 1054 zum Morgenländischen Schisma, der Trennung zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche.
Architektur und Kunst
Die byzantinische Architektur nutzte römische Elemente wie Säulen, Rundbögen und Kuppeln (oft auf Pendentifs). Kirchen waren die Hauptgebäude, reich verziert mit Mosaiken, wie etwa die berühmten Darstellungen von Justinian und Theodora. Religiöse Ikonen auf Holztafeln spielten eine zentrale Rolle in der Verehrung.
Das Frühmittelalter und das Karolingerreich
Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches prägten monarchische Strukturen und eine agrarisch geprägte Wirtschaft das Bild. Das Karolingerreich versuchte, die Einheit des Weströmischen Reiches wiederherzustellen. Der Kaiser fungierte als Verteidiger des Christentums und griff ebenfalls in kirchliche Belange ein.
Die Landwirtschaft blieb die Lebensgrundlage, wobei der Großteil des Bodens im Besitz des Adels und der Kirche war. Die Mehrheit der Bevölkerung bestand aus freien Bauern, während Leibeigene die unterste soziale Stellung einnahmen. Latein blieb die Sprache der Verwaltung und Bildung, wobei die Palastschule in Aachen ein wichtiges Zentrum der karolingischen Renaissance darstellte.