Camilo José Cela: Die Familie von Pascual Duarte

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Ein Meisterwerk der spanischen Nachkriegsliteratur

"Die Familie von Pascual Duarte" war der erste Roman von Camilo José Cela, einem der bedeutendsten Schriftsteller der Nachkriegszeit, der später mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Dieses Werk gehört zusammen mit "Der Bienenkorb" (The Hive) zu den herausragendsten Beispielen seiner literarischen Produktion.

Das Werk wird als das Bekenntnis eines Verurteilten präsentiert. Der Protagonist ist Pascual Duarte, ein Bauer, der mehrere Morde begangen hat, darunter den an seiner eigenen Mutter. Er bekennt seine Sünden in einer Autobiografie, um sein Verhalten öffentlich zu erklären. Dabei geht es nicht nur darum zu erklären, warum er diese Verbrechen begangen hat, sondern auch um eine Form der Rechtfertigung.

Ein eindrucksvoller Beginn

Pascual Duarte beginnt seine Geschichte, indem er die sozialen Bedingungen seines Daseins mit diesem eindrucksvollen Absatz beschreibt:

"Ich, Herr, ich bin nicht schlecht, aber es fehlt mir nicht an Gründen, es zu sein. Diese Häute sind alle bei der Geburt sterblich, und doch, wenn wir wachsen, ist das Ziel die Freude, als ob wir unser Ziel wie Wachs variieren und auf verschiedenen Wegen zum gleichen Zweck gelangen: dem Tod."

Die komplexe Struktur des Werkes

Einer der interessantesten Aspekte von "Die Familie von Pascual Duarte" ist seine vielschichtige Struktur:

  • Es beginnt mit einem Hinweis des Herausgebers, in dem wir darüber informiert werden, dass jemand ein Manuskript gefunden und beschlossen hat, es zu veröffentlichen.
  • Als Nächstes folgt ein Brief von Pascual, der erklärt, warum er seine Memoiren einem Fremden schickt.
  • An dritter Stelle steht eine Klausel im Testament dieses Fremden, in der darum gebeten wird, dass dieses Manuskript verbrannt wird.

Zur Struktur des Werkes gehört auch die Prolepsis (Vorwegnahme), denn schon zu Beginn der Erzählung wissen wir, was am Ende passieren wird.

Inhalt und gesellschaftlicher Kontext

Schließlich folgt die eigentliche Geschichte, die Erinnerungen von Pascual Duarte: seine Kindheit, seine Familie, seine Jugend, seine Arbeit als Bauer, sein Dorf, die häusliche Gewalt und die Kämpfe, die dazu führen, dass er Tiere und schließlich Menschen tötet. Der Roman spiegelt das Klima der Unterdrückung und Rückständigkeit wider, das das Spanien der Nachkriegszeit prägte.

Die Figur der Mutter

Die Figur der Mutter ist besonders eindringlich gezeichnet. Von Anfang an begegnen wir einer Frau voller Fehler: arm, herrschsüchtig, streitsüchtig, schmutzig, betrunken und ohne jemals die geringste Liebe für ihr Kind zu empfinden. Pascual empfindet einen tiefen Hass auf sie, da er all das Unglück seines Lebens in ihr verkörpert sieht. Sie ist die Quelle seines Lebens – die Frau, durch die der spätere Täter in die Welt kam.

Der Tremendismus als literarische Bewegung

"Die Familie von Pascual Duarte" ist ein beeindruckendes, teils grausames Werk, das die literarische Bewegung des Tremendismo (oft als Panikmache oder Schreckensliteratur bezeichnet) in der Nachkriegszeit begründete. Es ist die Geschichte eines Mannes, der nur Leid und Elend gekannt hat. Geboren in einer armen Familie, wuchs er in tiefer Unwissenheit, Gewalt und Hass auf, bis er schließlich zum Muttermörder wurde.

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