Cánovas und die Verfassung von 1876
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Auch während des Sexenio Democrático setzte Cánovas auf die Idee der Wiederherstellung der Bourbonen-Monarchie in der Person von Alfons XII., dem Sohn von Isabella II. Er bewunderte die Art und Weise, wie es den Briten gelungen war, eine neue liberale, bürgerliche und überparteiliche Monarchie einzuführen, die die Macht mit dem Parlament teilte.
Es gelang ihm, bis 1876 ein ähnliches Modell in Spanien nach der Verabschiedung der Verfassung zu etablieren und das Zwei-Parteien-System zu festigen. Von Januar 1875 bis zum Erlass der Verfassung von 1876 hatte Cánovas die doppelte Aufgabe, den Vorsitz der ersten Regierung von König Alfons XII. zu führen und die neue Verfassung vorzubereiten, die alle ideologischen Sektoren vereinen sollte: von den Karlisten bis hin zu den Republikanern, die von der vorherigen Phase (Sexenio Revolucionario) enttäuscht waren.
Das zentrale System
Cánovas strebte letztlich eine Normalisierung des politischen Lebens in Spanien durch ein „zentrales System“ an. Die verfassunggebende Versammlung wurde durch allgemeines Männerwahlrecht gewählt, um alle bestehenden politischen Parteien einzubinden. Ziel war es, Wahlen einzuführen, die die Rechtmäßigkeit der Restauration der Monarchie und die neue politische Ordnung akzeptierten.
Die Verfassung von 1876
Die Mission der verfassunggebenden Cortes bestand hauptsächlich darin, eine neue Verfassung zu schaffen, die für die Mehrheit der Spanier tragbar sein sollte. Auf dem Papier hatte die endgültige Fassung jedoch einen deutlich konservativen Charakter. Der Kern der im Februar 1876 angenommenen Verfassung liegt im konservativen Prinzip der geteilten Souveränität (König und Cortes), wobei die nationale Souveränität und die demokratischen Errungenschaften des Sexenio Revolucionario ignoriert wurden.
Struktur der Staatsgewalt
- Die Krone: Behält enorme Machtbefugnisse.
- Die Cortes: Die gesetzgebende Gewalt ist in zwei Kammern unterteilt: das Abgeordnetenhaus (Unterhaus) und den Senat (Oberhaus).
- Wahlrecht: Die Abgeordneten werden pro 50.000 Einwohner gewählt, während die Senatoren entweder aus eigenem Recht (Adlige und Beamte der Kirche oder der Armee) oder auf Lebenszeit durch den König ernannt werden.
Die Verfassung überließ den Cortes die Zustimmung zu den Wahlgesetzen, die für die Organisation der Wahlen und die Festlegung des aktiven Wahlrechts sowie des Wahlsystems zuständig waren.