Charakteranalyse: Bernarda Albas Haus

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Bernarda Alba: Ein Symbol patriarchaler Tradition

Bernarda verkörpert einen hyperbolischen Weg der katholischen Tradition, geprägt von Sexismus, Patriarchat und Klassendenken. Sie ist eine moderne Vertreterin des calderonianischen Begriffs der „Ehre“ – eine externe Form von „Tugend“, die primär mit der Reinheit und Jungfräulichkeit der Frauen verbunden ist.

Die Schwestern

  • Angustias: Die Erbin aus Bernardas früherer Ehe. Eine reife, welkende und glanzlose Frau, die ihre Position mit überraschender Leichtigkeit annimmt. Sie ist sich offenbar bewusst, dass ihre Mitgift die einzige Attraktion für Pepe el Romano ist.
  • Amelia: Die am wenigsten definierte der Schwestern. Sie zeigt sich gegenüber ihrer Mutter unterwürfig und in ihren Zustand ergeben, klagt jedoch über den sozialen Druck und die Rolle, die Frauen in ihrem Umfeld einnehmen müssen.
  • Magdalena: Sie drückt gelegentlich ihre Ablehnung gegenüber ihrer Situation aus. Obwohl sie sich dem Willen ihrer Mutter und dem sozialen Druck unterwirft, äußert sie Unzufriedenheit und Frustration mit Offenheit. Sie spricht zudem direkt und realistisch über die Motive von Pepe el Romano in seiner Beziehung zu Angustias und kritisiert deren Heuchelei.
  • Martirio: Sie hatte einen Freier, der von ihrer Mutter vertrieben wurde. Sie empfindet eine leidenschaftliche Liebe zu Pepe el Romano und ist eifersüchtig auf Adela, da diese die Einzige ist, die die Liebe des Mannes genießen kann, den sie selbst begehrt. Während des Stücks verhält sie sich doppelzüngig und äußert Unterstellungen, mit der Absicht, ihre Schwester zu entlarven.
  • Adela: Ein schönes junges Mädchen, das sich nicht nach den Entwürfen ihrer Mutter richtet. Sie lässt sich von dem Wunsch nach Liebe leiten und stellt sich gegen die Autorität ihrer Mutter sowie die sozialen Konventionen. Sie ist die Einzige, die Bernardas Autorität offen herausfordert.

Weitere Charaktere

  • María Josefa: Durch ihren Wahnsinn ist sie die einzige Figur, die ihre Wünsche im Werk klar zum Ausdruck bringt. María Josefa fordert Freiheit, Liebe, Glück und Fruchtbarkeit, sowohl in ihren Schreien als auch in ihrem erstaunten Gesang.
  • La Poncia: In ihrem Leben hat sie sich stets gegen die Autorität von Männern behauptet, doch ihre Position und ihre Herkunft als Dienstmädchen zwingen sie dazu, im Haus eine unterwürfige Haltung einzunehmen.
  • Die Dienerin: Zu Beginn des Stücks zeigt sie sich gegenüber dem Bettler despotisch. Sie berichtet in einem Monolog voller Ressentiments von dem Missbrauch, dem sie durch Bernardas Ehemann unterworfen war, ändert jedoch radikal den Ton ihrer Worte, sobald sie die Hausherrin sieht.

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