Charlotte Corday und das Attentat auf Jean-Paul Marat

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Charlotte Corday und das Attentat

Nachdem die gemäßigten Girondisten von der radikalen jakobinischen Bergpartei verdrängt wurden, entschied sich Marie Anne Charlotte Corday d’Armont, eine Anhängerin der Girondisten, dazu, das Blutregime der Jakobiner zu beenden. Sie wollte die treibende Kraft, die hinter den Septembermorden und der Vernichtung der Girondisten steckte – den Hauptverantwortlichen für die Schreckensherrschaft – zur Rechenschaft ziehen.

Darum entschloss sie sich, den Führer der Jakobiner, Jean-Paul Marat, dessen Einfluss sie weit überschätzte, umzubringen. Sie fuhr in einer Postkutsche nach Paris, wo sie ein Küchenmesser mit einer 20 cm langen Klinge erstand. Sie hatte eigentlich geplant, ihn am 14. Juli, dem Jahrestag des Sturms auf die Bastille, in der Öffentlichkeit zu erstechen. Doch Marat war wegen seines quälenden Hautleidens (Skrofulose genannt und mit einem schweren Juckreiz verbunden) an die Badewanne gefesselt. Unter dem Vorwand, dass sie einige Girondisten aus ihrer Heimatstadt Caen, einer Hochburg der Konterrevolution, denunzieren wolle, suchte sie Marat am 13. Juli 1793 auf, erhielt jedoch keinen Einlass bei Simonne Evrard, Marats Lebensgefährtin. Sie fuhr zurück in ihr Hotel, kündigte ihren Besuch schriftlich an und kehrte noch am selben Tag zu Marats Wohnung zurück, ohne eine Antwort erhalten zu haben.

Im Badezimmer stach sie ihm nach einem kurzen Gespräch in den Hals-Brust-Bereich, in die Nähe des Schlüsselbeins. Sie stieß so heftig zu, dass die Aorta zerrissen wurde und Marat sofort tot war. Ein herbeieilender Redakteur des Ami du Peuple soll Corday niedergeschlagen haben, woraufhin sie festgenommen wurde. Zu keinem Zeitpunkt leistete sie Widerstand. Am 19. Juli 1793 wurde sie guillotiniert. Allerdings machte sie Marat durch ihre Tat nur noch mehr zu einem Helden und Märtyrer, dessen Werk fortgesetzt werden musste. Corday selbst erlangte durch den Mord den Status einer Märtyrerin der Konterrevolution.

Das Kunstwerk von Jacques-Louis David

Auf seinem Bild Der Tod des Marat (1793) stilisierte Jacques-Louis David Jean-Paul Marat zum politischen Märtyrer. Er fertigte es im Auftrag des Konvents an.

Jacques-Louis David überreichte vier Monate nach dem Mord an Marat dem Konvent sein Bild und ließ es an der Stirnseite des Saales aufhängen. Dazu hielt er eine hetzerische Rede, in der er seine Gefolgsleute zur Rache aufrief. Das Bild wurde auf Beschluss des Konvents als Stich vervielfältigt. Nach dem Sturz der Jakobiner erging der Beschluss, dass Bildnisse der Revolutionshelden nur noch ausgestellt werden durften, wenn mehr als 10 Jahre seit ihrem Ableben vergangen waren. In der nachnapoleonischen Restaurationszeit musste David das Bild mit Bleiweiß übertünchen, um es vor Verfolgungen zu schützen. Nach dem Tod des Künstlers lehnte die französische Regierung 1826 die Erwerbung des Bildes ab, und auch 11 Jahre später scheiterte der Versuch der Erben, das Bild dem französischen Nationalmuseum anzubieten. Erst 1823 wurde das Bild vom Königlichen Museum in Brüssel erworben.

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