Die Classics-Serie: Humanismus und Klassizismus

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ITEM IX: Die Classics-Serie

Die Classics-Serie ist bekannt für den langen Zeitraum von drei Jahrhunderten (16., 17. und die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts), in denen die Poesie einen erbitterten Kampf führte, um sich von dogmatischen Beschränkungen zu befreien. Nach diesem langen Zeitraum entwickelte sich die Poesie zur Literatur und wurde zum Gegenstand der Literaturkritik.

Die Wiedergeburt der poetischen Kultur

Im 16. Jahrhundert manifestierte sich die Tatsache, dass das Mittelalter in den vorangegangenen Jahrhunderten zu Ende gegangen war. Es kam zur Auferstehung einer poetischen Kultur, nachdem diese im Mittelalter weitgehend in moralischen und religiösen Diskursen aufgegangen war.

Humanismus und der poetische Diskurs

Der Humanismus, verstanden als die Auffassung des Menschen als ein Wesen mit unvorhersehbaren Möglichkeiten, war eng mit einer Aufwertung des poetischen Diskurses verbunden, der von ihm produziert wurde und einen wichtigen Platz einnahm. Charakteristisch für diese Periode ist jedoch der Übergang zwischen zwei kulturellen Verhaltensweisen:

  • Ästhetik der Identität: Die Nutzung von Tradition (nach Lotman), typisch für das Mittelalter.
  • Ästhetik der Opposition: Der ästhetische Bruch, kennzeichnend für die Moderne und die Romantik.

Gegenüberstellung: Klassizismus vs. Humanismus

Klassizismus: Schönheit der Identität

Tablas Poéticas, Francisco Cascales

Humanismus: Schönheit der Opposition

Philosophia Antigua Poetica, A. López Pinciano

Der Kampf um die Anerkennung als freie Kunst

In der frühen humanistischen Poetik erfolgte eine Befreiung der Dichtkunst von Beschränkungen, die nicht im künstlerischen Verstand oder Urteilsvermögen begründet waren. Die Poesie kämpfte darum, ihren Platz im Spektrum der Artes Liberales (freien Künste) zu erobern. Dieser Moment wird in Spanien durch die Philosophia Antigua Poetica von López Pinciano repräsentiert, in der kategorische Aussagen zu finden sind wie:

„Weder Rhetorik noch Poetik machen den Dichter; der natürliche Gebrauch der Vernunft ist die Quelle von allem.“

Vom Humanismus zum dogmatischen Klassizismus

Doch bald erkannten die europäischen absoluten Monarchien, wie gefährlich der radikale Humanismus für sie war. Diese Haltung wurde durch einen dogmatischen Aristotelismus ersetzt, der den Klassizismus begründete. In Spanien fand diese Entwicklung im Jahr 1617 in Francisco Cascales' Tablas Poéticas ihren vollkommensten Ausdruck. Dies markierte den endgültigen Übergang zur klassizistischen Haltung.

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