Die Cortes von Cádiz und die Verfassung von 1812

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Die Cortes von Cádiz: Eine liberale Revolution

Die Oberste Zentrale Junta (Junta Suprema Central) fungierte als provisorische Regierung, bis sie 1810 aufgrund interner Probleme, Ineffizienz und des Drucks durch die Invasoren aufgelöst wurde. An ihrer Stelle wurden eher konservative Mitglieder in einen Regentschaftsrat (Consejo de Regencia) berufen. Dieser Rat war es schließlich, der die Cortes in Cádiz einberief.

Das erste zu lösende Problem war die Frage, wie die Cortes einzuberufen seien: nach getrennten Ständen, wie im Ancien Régime, oder als eine einzige Kammer, die das gesamte Volk vertritt. Man wählte die zweite Alternative, die revolutionär war. Das zweite Problem war der Tagungsort, da fast die gesamte Halbinsel von den Franzosen besetzt war. Der gewählte Ort war Cádiz.

Die Vertreter wurden von den Provinzräten gewählt, sowohl innerhalb der Provinzen als auch unter den Exilanten, die in Cádiz lebten, da das Reisen schwierig war. Diese Situation begünstigte die Konzentration von Liberalen in den Versammlungen. So gelang es den Liberalen, ihre Prinzipien durchzusetzen: Sie konstituierten sich als verfassungsgebende Nationalversammlung und beanspruchten die nationale Souveränität.

Dekrete der Cortes

Die Cortes blieben drei Jahre lang zusammen. Die ersten Sitzungen wurden mit hunderten Mitgliedern abgehalten, deren Zahl später auf etwa dreihundert anstieg. Die Arbeit der Cortes von Cádiz war darauf ausgerichtet, die Fundamente des alten Regimes zu zerstören und die Ideen der aufgeklärten Intellektuellen umzusetzen. Die Gesetzgebung verabschiedete eine Reihe von Erlassen:

  • Der erste war die Einführung der Pressefreiheit.
  • Monate nach diesem Dekret wurde die Inquisition abgeschafft, was eine große Debatte beendete.
  • Ein weiterer Erlass setzte den feudalen Gerichten ein Ende.
  • Zwei Dekrete erlaubten es Fabrikbesitzern und Landwirten, die Vertragsfreiheit auf den Feldern und in den Fabriken auszuüben.

Die Verfassung von 1812

Am 19. März 1812 wurde die Verfassung verkündet. Sie entwarf einen Staat, der auf einer parlamentarischen Demokratie basierte. Der Staat wurde als Garant der Bürgerrechte, der bürgerlichen Freiheit, des Eigentums und anderer legitimer Rechte aller Individuen definiert (Artikel 4). Er wurde nicht mehr als Erbe einer Familie betrachtet, und kein Monarch konnte ein dauerhaftes Veto einlegen.

Der König besaß lediglich ein aufschiebendes Veto: Er konnte die Verabschiedung eines Gesetzes vorübergehend verhindern, sodass die Cortes dieselbe Frage erst im folgenden Jahr erneut vorlegen konnten. Wenn die Cortes darauf bestanden, konnte der König die Zustimmung noch einmal verweigern. Wenn die Cortes die Frage jedoch ein drittes Mal aufwarfen, war der König verpflichtet, zuzustimmen.

Die Cortes bestanden aus einer einzigen Kammer, die jährlich für drei aufeinanderfolgende Monate zusammentrat. Die Abgeordneten wurden alle zwei Jahre durch indirekte Wahlen neu bestimmt. Die Wahlvorstände waren in Kirchengemeinden, Parteien und Provinzen organisiert. Die Bürger versammelten sich in der Pfarrkirche und ernannten einen Wahlmann. Diese Wahlmänner trafen sich in den Städten und wählten die Bezirks-Wahlmänner, welche schließlich die Abgeordneten der Provinzen wählten.

Ende der Reformen und Rückkehr zum Absolutismus

Die Ständegesellschaft wurde durch die Festlegung der Gleichheit aller Individuen vor dem Gesetz faktisch zerstört. Schließlich wurde eine Miliz geschaffen und die Grundlage für einen allgemeinen Bildungsplan gelegt. Die gesamte legislative Arbeit der Cortes von Cádiz erlosch jedoch mit der Rückkehr von Ferdinand VII. im Frühjahr 1814. Die Liberalen und die wichtigsten Triebfedern der Reformen wurden verfolgt. Drei Jahre nach der offiziellen Verkündung wurde die Bewegung durch Riego (im Text als „Bewässerung“ übersetzt) wiederbelebt.

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