David Hume: Die Wissenschaft vom Menschen und Empirismus

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Hume: Die Wissenschaft vom Menschen

Humes Werk A Treatise of Human Nature wird als das „Newton der moralischen Wissenschaften“ betrachtet. Er beabsichtigte, die Newtonsche Methode auf moralische Fragen anzuwenden – also auf die Wissenschaft vom Menschen. Sein Ziel war es, alle Wissenschaften zu vereinheitlichen, das Ausmaß der Kräfte menschlichen Handelns zu prüfen und die Natur von Ideen und Argumenten zu erklären.

Vom empirischen Standpunkt aus ist die wichtigste Arbeit die Untersuchung der Gesetze der Assoziation von Ideen. In seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand verlässt Hume den ursprünglichen Plan einer umfassenden Wissenschaft vom Menschen und die strikte Newtonsche Methode. Er konzentriert sich stattdessen auf die Analyse des menschlichen Verstandes und trifft eine kritische Unterscheidung zwischen Sachfragen und Beziehungen der Ideen. Als aufgeklärter Philosoph verwendet Hume dabei eine deskriptive Methode.

Grundlagen des menschlichen Wissens

Das menschliche Wissen basiert auf dem Empirismus. Alle Materialien des Denkens stammen aus internen und externen Wahrnehmungen. Die Vernunft kann nicht aus sich selbst heraus Erkenntnisse generieren. Es gilt das Prinzip der Immanenz: Nichts ist im Geist, das nicht zuvor als Bild oder Wahrnehmung existierte. Die Sinne fungieren als Bindeglied zwischen Geist und Objekt.

Wichtige Prinzipien der Erkenntnistheorie

  • Kopierprinzip: Alle Ideen sind Kopien unserer Eindrücke, die wir zuvor durch die Sinne (intern oder extern) gewonnen haben.
  • Prinzip der Assoziation von Ideen: Ideen ziehen sich gegenseitig an, basierend auf Ähnlichkeit, Kontiguität (räumliche/zeitliche Nähe) sowie Ursache und Wirkung.
  • Negation allgemeiner Ideen: Besondere Ideen werden lediglich mit einem allgemeinen Begriff assoziiert.

Sachfragen und Beziehungen der Ideen

Hume unterscheidet zwei Arten von Erkenntnis:

  • Beziehungen der Ideen: Diese gehören zur Geometrie und Logik; alle Informationen sind hier intuitiv oder demonstrativ sicher.
  • Sachfragen: Diese basieren auf empirischen Beweisen.

Das Problem der Kausalität

Alle Argumente über die Wirklichkeit scheinen auf der Beziehung von Ursache und Wirkung zu beruhen. Diese können jedoch nicht durch reine Vernunft entdeckt werden, sondern nur durch Erfahrung. Die Erfahrung basiert auf der Ähnlichkeit natürlicher Objekte, die uns dazu führt, ähnliche Effekte zu erwarten. Die Praxis führt uns zum Glauben; wir haben keine rationale Gewissheit über Sachfragen, sondern lediglich einen auf Erfahrung basierenden Glauben.

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