Deltas und Mangroven: Ökosysteme und Bedrohungen
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Was ist ein Delta?
Ein Delta entsteht an der Mündung eines Flusses, wo Sedimente abgelagert werden. Der Fluss teilt sich in mehrere Arme auf, die Inseln bilden, während das Wasser in ein Meer, einen See oder einen anderen großen Fluss fließt. Die Form des Deltas wird maßgeblich durch den Tidenhub beeinflusst.
Das Ebro-Delta: Regression und Bedrohung
Das Ebro-Delta leidet unter einem erheblichen Verlust an Sedimenten. Dies bedroht eine der wirtschaftlich wichtigsten Regionen der Mittelmeerküste, in der Landwirtschaft, Fischerei, Aquakultur und Tourismus jährlich rund hundert Millionen Euro erwirtschaften.
Ursachen der Regression
- Wetterereignisse und menschliche Aktivitäten
- Bau von Dämmen (reduziert die Sedimentzufuhr um 99 %)
- Anstieg des Meeresspiegels
- Einsatz von Pestiziden und Herbiziden
Auswirkungen
Die Schadstoffe lagern sich im Sediment ab, was die Nahrungskette für Wasservögel und Fische belastet. Da 90 % des Strandsandes aus Flüssen stammen, führt der Sedimentmangel zur Erosion. Das Ebro-Delta umfasst 330 km², wovon 20 % Naturschutzgebiete sind. Prognosen zufolge könnte das Delta in 220 Jahren verschwunden sein.
Prävention und Korrektur
Maßnahmen gegen die Regression umfassen den Schutz städtischer Gebiete, den Bau von Dünen, Dämmen und die künstliche Anreicherung von Sand an der Küste.
Bedeutende Deltas weltweit
Zu den größten Deltas der Welt zählen das Amazonas-Delta, das Colorado-Delta, das Nil-Delta, das Niger-Delta und das Lena-Delta.
Mangroven: Einzigartige Küstenökosysteme
Mangroven sind Bäume, die in überfluteten, salzhaltigen Küstenregionen gedeihen. Ihre charakteristischen Luftwurzeln bilden ein komplexes Geflecht, das zahlreichen Tierarten Schutz bietet. Die intensive Garnelenzucht stellt derzeit die größte Gefahr für diese Ökosysteme dar.
Verbreitung
Mangroven finden sich in tropischen und subtropischen Regionen, insbesondere in Afrika, Indonesien, Neuguinea und auf den Philippinen.
Fauna der Mangroven
Die Mangroven beherbergen eine reiche Artenvielfalt, darunter:
- Vögel: Pelikane, Fregattvögel, Eisvögel und bedrohte Arten wie der Scharlachibis.
- Meerestiere: Seekühe, Meeresschildkröten, Schwämme, Muscheln und Krustentiere.
- Reptilien: Alligatoren, Schlangen (z. B. Boas) und Eidechsen.
Bedeutung der Mangroven
- Hohe biologische Produktivität und Lebensraum für Fische.
- Schutz der Küste vor Erosion, Stürmen und Hurrikanen.
- "Lungenfunktion": Produktion von Sauerstoff und Bindung von CO2.
- Wichtige Orte für Forschung, Bildung und Tourismus.
Arten von Mangroven
- Rand-Mangroven: Entlang abfallender Küsten.
- Becken-Mangroven
- Küsten-Mangrovenwälder
- Überschwemmungs-Mangroven
- Zwerg-Mangroven: Wachsen in nährstoffarmen Gebieten und erreichen selten mehr als 1,5 Meter Höhe.