Demografie und Migration in Spanien: Ein Überblick
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Demografische Quellen
- Volkszählung: Individuelle Zählung der Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie erfasst demografische, wirtschaftliche und soziale Daten wie Geschlecht, Alter oder Bildungsstand. Sie findet alle 10 Jahre in den Jahren statt, die auf 1 enden.
- Einwohnerregister (Padrón): Registrierung der Einwohner einer Stadt. Enthält ähnliche Daten wie die Volkszählung, wird jedoch jährlich zum 1. Januar aktualisiert (Geburten, Todesfälle, Zu- und Abgänge).
- Standesamt: Erfasst Geburten, Sterbefälle und Eheschließungen zur Berechnung der natürlichen Bevölkerungsbewegung.
Verteilung der Bevölkerung
Im Jahr 2008 betrug die spanische Bevölkerung 46 Millionen. Die Verteilung wird über die Bevölkerungsdichte (Einwohner pro km²) gemessen. Die durchschnittliche spanische Dichte liegt bei 91 Einwohnern/km², was jedoch große Unterschiede zwischen dicht und dünn besiedelten Gebieten verbirgt.
Faktoren der Verteilung
- Vorindustrielle Zeit: Natürliche Faktoren und eine agrarische Wirtschaft bestimmten die Verteilung, was zu einer hohen Konzentration im kastilischen Binnenland führte.
- Industrielle Ära (Mitte 19. Jh. bis 1975): Natürliche Faktoren verloren an Bedeutung. Madrid und Küstenregionen wuchsen durch industrielle Entwicklung und Tourismus stark an.
- Postindustrielle Zeit (ab 1975): Die Kontraste mildern sich. Die Wirtschaftskrise verringerte die Attraktivität der Industriezentren, was zu einer demografischen und wirtschaftlichen Dezentralisierung führte.
Binnenmigration
Traditionelle Migration (19. Jh. bis 1975)
Die Migration war unidirektional und motiviert durch Arbeit. Das Profil der Migranten waren meist gering qualifizierte Jugendliche.
Typen der traditionellen Migration
- Saisonale Migration (1870–1960): Temporäre Arbeit, meist in der Landwirtschaft.
- Landflucht (1900–1975): Abwanderung vom Land in städtische Zentren.
Phasen der Landflucht
- Anfang 20. Jh.: Mäßige Migration in Kaskadenform (vom Dorf zur Kleinstadt, dann zur Provinzhauptstadt).
- Bürgerkrieg: Stillstand durch Zerstörung der Städte.
- 1950–1975: Massenhafte Landflucht durch Mechanisierung der Landwirtschaft und Tourismusboom.
- Ab 1975: Rückgang der Landflucht; Trend zur "Stadtflucht" (Suche nach Lebensqualität im ländlichen Raum).
Gegenwärtige Migration
Heute gibt es vielschichtige Austauschprozesse ohne klares Migrantenprofil.
Aktuelle Migrationsformen
- Arbeitsmigration: Junge Erwachsene (20–39 Jahre) ziehen in dynamische Zentren.
- Wohnmigration: Suche nach bezahlbarem Wohnraum im Umland von Städten.
- Rückwanderung: Rückkehr von Ruheständlern in ihre Herkunftsregionen.
- Pendlerbewegungen: Tägliche oder wöchentliche Reisen für Arbeit und Freizeit.