Demografie und Wirtschaft Spaniens im 18. Jahrhundert
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Demografische Entwicklung in Spanien im 18. Jahrhundert
Die spanische Bevölkerung verzeichnete im 18. Jahrhundert ein kontinuierliches Wachstum. Die Einwohnerzahl stieg von etwa 7,5 Millionen im Jahr 1717 auf 10,5 Millionen im Jahr 1801. Dieses Wachstum war jedoch ungleich verteilt: Ein stärkerer Anstieg war in der Peripherie zu beobachten, während das Landesinnere nur ein leichtes Wachstum aufwies.
Ursachen des Bevölkerungswachstums
Die Faktoren für diesen Anstieg waren vielfältig. Zu den wichtigsten Gründen zählen:
- Rückgang katastrophaler Sterblichkeitsraten
- Erhöhte Geburtenrate
- Wirtschaftliche Verbesserungen
- Leichte Fortschritte im Gesundheitswesen
- Weniger Kriege
Dennoch blieb das spanische Demografiemodell durch eine hohe Geburten- und Sterblichkeitsrate geprägt, was in der Kombination zu einem insgesamt geringen natürlichen Wachstum führte.
Wirtschaftliche Aktivitäten
Landwirtschaft
Die landwirtschaftlichen Erträge blieben sehr niedrig. Dies war sowohl auf Naturkatastrophen als auch auf technische Mängel zurückzuführen. Spanien stand vor zwei zentralen Problemen:
- Ein Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche war nicht mehr rentabel.
- Das verfügbare Land war oft von schlechter Qualität.
Obwohl Subsistenzkrisen auftraten, waren deren Auswirkungen weniger intensiv als in früheren Perioden. Neben dem Anbau verschiedener Getreidesorten verbreiteten sich erfolgreich neue Kulturpflanzen wie Mais und Kartoffeln.
Manufaktur und Industrie
Die verarbeitende Industrie war schwach ausgeprägt. Vorherrschend war die städtische Werkstattproduktion, doch auch die ländliche Industrie gewann an Bedeutung. Die merkantilistische Wirtschaftspolitik zielte darauf ab, den industriellen Verbrauch zu fördern. Hierfür wurden verschiedene Strategien entwickelt:
- Anwendung protektionistischer Maßnahmen
- Gründung staatlicher Manufakturen (Reales Fábricas)
- Einfuhrverbote für Baumwollstoffe, was die Entstehung der Baumwollindustrie in Katalonien begünstigte.