Demografie und Wirtschaft Spaniens im 19. und 20. Jahrhundert

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Bevölkerung

Demografischer Übergang

Der demografische Übergang ist durch eine Abnahme der Mortalität und eine Reduzierung der Geburtenraten gekennzeichnet. Dies führt zu einem Anstieg der Lebenserwartung und beeinflusst das Bevölkerungswachstum. In Katalonien begann dieser Übergang in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, was zu einem Rückstand Spaniens im Vergleich zum restlichen Europa führte.

Migration

  • Ursachen: Mangel an Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft und regionale Ungleichgewichte.
  • Destinationen: Übersee (Lateinamerika), Landflucht in die Städte mit erhöhter Urbanisierung sowie eine verstärkte Einwanderung nach Katalonien.

Wirtschaft

Landwirtschaft

  • Tierproduktion und Methoden: Einführung neuer Kulturen und Methoden (Einsatz von Düngemitteln, Reduzierung der Brachzeiten).
  • Anbauprodukte: Spanien ist geprägt von Getreideanbau, wobei dynamischere Sektoren wie Zitrusfrüchte und Oliven den Export fördern.
  • Probleme: Niedrige Einkommen und ungleiche Landverteilung (Großgrundbesitz vs. Kleinbauern).
  • Situation in Katalonien: Krise des Weinbaus, Fokus auf andere Kulturpflanzen (Reis, Öl, Obst) und Zunahme der Tierhaltung.

Industrie

  • Neue Energien: Strom und Öl.
  • Industrieproduktion: Traditionelle Sektoren (Textil, Chemie, Stahl) sowie neue Sektoren (Elektrotechnik, Automobil).
  • Territoriale Verteilung: Entstehung neuer Industriezonen.
  • Probleme: Regionale Ungleichgewichte, ungleiche Einkommensverteilung und geringe internationale Wettbewerbsfähigkeit.
  • Staatliche Intervention: Protektionismus, Subventionen und Ausbau der Infrastruktur.
  • Krisen: Auswirkungen der Krise von 1898, des Ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise von 1929.
  • Situation in Katalonien: Rückgang der Bedeutung der Textilindustrie, Diversifizierung, Zunahme des Handels mit dem restlichen Spanien, Verringerung der Energieabhängigkeit und Krise des Bankensystems.

Gesellschaft

Soziale Gruppen

  • Ländliche Bevölkerung: Große Landbesitzer (alte Agrararistokratie und Bürgertum), kleine Eigentümer, Pächter und Landarbeiter.
  • Städtische Bevölkerung: Industrielle und finanzielle Bourgeoisie, Mittelklasse (Angestellte) und Arbeitnehmer (vorwiegend in Katalonien).
  • Neue urbane Geselligkeit: Verbesserung des Bildungsniveaus sowie neue Formen der Freizeitgestaltung, Kultur und Verbreitung des Sports.

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