Demografische Grundbegriffe und Bevölkerungsstatistik
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Volkszählung
Eine Volkszählung ist die Erfassung der Bevölkerung eines Landes zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie erhebt demografische, wirtschaftliche und soziale Daten sowie Merkmale der Wohnsituation. Es handelt sich um eine staatliche statistische Erhebung, die ein Gesamtbild der Bevölkerung zu einem festgelegten Zeitpunkt liefert. Die Informationen dürfen nur in numerischer Form und ohne individuelle Hinweise veröffentlicht werden. In Spanien findet diese alle zehn Jahre statt.
Natürliches Bevölkerungswachstum
Das natürliche Wachstum beschreibt die Veränderung – Zunahme oder Abnahme – der Bevölkerungszahl in einem bestimmten Zeitraum als Folge der Bilanz zwischen Geburten und Todesfällen.
Migration
Migration bezeichnet den Vorgang, bei dem eine Person ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort verlässt, um an einen anderen Ort innerhalb oder außerhalb des Landes zu ziehen. In Spanien waren traditionell die landwirtschaftlichen Regionen am Atlantik und im Inneren der Halbinsel von Auswanderung betroffen. Zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und den 1970er Jahren zogen Menschen in Überseegebiete, in entwickelte Länder Westeuropas sowie in städtisch-industrielle Zentren und Ferienregionen innerhalb Spaniens.
Lebenserwartung
Die Lebenserwartung ist ein Indikator für die durchschnittliche Anzahl an Jahren, die eine Person unter den gegebenen Sterblichkeitsbedingungen eines bestimmten Zeitpunkts voraussichtlich leben wird. Die Lebenserwartung bei der Geburt dient als Vergleichswert und verdeutlicht Unterschiede in der Sterblichkeit zwischen verschiedenen Gebieten. Sie entspricht der durchschnittlichen Anzahl an Jahren, die ein Neugeborenes unter Berücksichtigung der Sterblichkeitsintensität der Referenzbevölkerung voraussichtlich leben wird.
Landflucht
Landflucht ist eine dauerhafte oder langfristige Migrationsbewegung vom ländlichen in den städtischen Raum. In Spanien erreichte sie ihren Höhepunkt zwischen 1950 und 1975, bedingt durch die Krise der traditionellen Landwirtschaft und die industrielle Entwicklung, die Arbeitsplätze in städtischen Industrien bot.
Wichtige Begriffe der Bevölkerungsstatistik
- Immigrant: Eine Person, die aus einem anderen Ort des eigenen Landes oder aus dem Ausland zuzieht.
- Einwohnermelderegister: Ein amtliches, kommunales Verwaltungsregister, das die Anzahl und die wesentlichen Merkmale der Bewohner erfasst. Seit 1996 wird es jährlich aktualisiert.
- Erwerbspersonenpotenzial: Die Gesamtheit der Personen, die Waren und Dienstleistungen produzieren, sowie jene, die arbeitslos sind, aber eine Beschäftigung suchen.
- Nicht erwerbstätige Bevölkerung: Personen ab 16 Jahren, die weder erwerbstätig noch arbeitslos sind.
- Arbeitslose Bevölkerung: Alle Personen, die arbeitslos sind, Arbeit suchen und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
- Nettowanderungsrate: Die Differenz zwischen Einwanderung und Auswanderung. Ist das Ergebnis positiv, spricht man von einem Wanderungsgewinn.