Demografischer Wandel und Bevölkerungsentwicklung in Spanien

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Wichtige demografische Begriffe

  • Vegetatives Wachstum: Gleichgewicht zwischen Geburten und Todesfällen pro Jahr.
  • Gesamtwachstum: Summe aus vegetativem Wachstum und Nettowanderung.
  • Wanderungssaldo: Differenz zwischen Einwanderern und Auswanderern.
  • Zusammengefasste Geburtenziffer: Anzahl der Kinder pro 1.000 Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren.
  • Sterblichkeit: Zahl der Todesfälle je 1.000 Einwohner in einem bestimmten Zeitraum.
  • Kindersterblichkeit: Zahl der Todesfälle vor dem ersten Lebensjahr je 1.000 Lebendgeburten.
  • Geburtenrate: Zahl der Lebendgeburten pro 1.000 Einwohner.

Phasen des demografischen Übergangsmodells

Erste Etappe: Das alte demografische Regime

Gekennzeichnet durch sehr hohe Geburten- und Sterberaten. Jede Frau hatte im Durchschnitt fünf Kinder, wobei die Kindersterblichkeit im ersten Lebensjahr sehr hoch war.

Zweite Phase: Bevölkerungsexplosion

Ein stetiger Rückgang der Sterblichkeit aufgrund besserer Ernährung und Hygiene. Verbesserungen in der Landwirtschaft (neue Kulturen, Techniken) und industrielle Fortschritte führten zu einer beispiellosen Bevölkerungsexplosion im 18. und 19. Jahrhundert.

Dritte Phase: Übergangsphase

Die Sterblichkeit sinkt weiter durch medizinische Fortschritte (z. B. Impfungen). Die Geburtenrate beginnt zu sinken, was zu einer Annäherung an die Sterblichkeitsrate führt. Gründe hierfür sind wirtschaftliche und soziale Faktoren, wie die Schulpflicht, das Verbot von Kinderarbeit und veränderte Lebensbedingungen in Städten.

Vierte Phase: Demografische Reife

Sehr niedrige Geburten- und Sterberaten sowie kaum vegetatives Wachstum. Die Lebenserwartung steigt auf etwa 80 Jahre.

Demografischer Wandel in Spanien

Spanien hat sich von einem Auswanderungsland zu einem Einwanderungsland entwickelt. Die Zuwanderung kann den Effekt des geringen natürlichen Wachstums abmildern, bringt jedoch Herausforderungen bei der sozialen Integration mit sich. Seit 1975 ist die Geburtenrate dramatisch gesunken, wodurch Spanien heute der vierten Stufe des demografischen Übergangsmodells entspricht.

Faktoren für niedrige Sterblichkeit und Geburtenrate

  • Niedrige Sterblichkeit: Verbesserte Hygiene, Entdeckung von Krankheitserregern, bessere Ernährung und ein ausgebautes öffentliches Gesundheitssystem.
  • Niedrige Geburtenrate: Schwierigkeiten bei der Arbeitsplatzsuche, hohe Wohnkosten, Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt und veränderte Familienstrukturen.

Alterung der Bevölkerung

Die Lebenserwartung in Spanien gehört zu den höchsten weltweit. Frauen leben dabei statistisch länger als Männer, was unter anderem auf den Rückgang der Müttersterblichkeit und ein anderes Risikoverhalten (z. B. Konsum von Alkohol oder Tabak) zurückzuführen ist.

Bevölkerungspyramiden und Entwicklungsstadien

  • Expansive Phase 1: Hohe Geburtenrate, kurze Lebenserwartung.
  • Stufe 2: Hohe Geburtenrate, sinkende Sterblichkeit.
  • Stationäre Phase 3: Sinkende Geburtenrate, niedrige Sterblichkeit.
  • Etappe 4 (kontraktiv): Niedrige Geburten- und Sterberate, hohe Lebenserwartung.

Die spanische Bevölkerungspyramide zeigt heute eine deutliche Ausprägung der Babyboom-Generation (geboren 1960–1975).

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