Demografischer Wandel in Spanien: Analyse 1900 bis heute
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Die aktuelle demografische Entwicklung (seit 1975)
Seit 1975 ist die demografische Entwicklung durch niedrige Geburtenraten und eine durch die Alterung bedingte Sterblichkeit gekennzeichnet, was zu einem geringen natürlichen Wachstum führt.
a) Geburtenrate
Die Geburtenrate sank von 1975 bis heute auf ein niedriges Niveau. Dabei lassen sich zwei Phasen unterscheiden:
- 1975 bis 1998: Stark rückläufige Geburtenzahlen. Im Jahr 1981 wurde der Index von 2,1 Kindern pro Frau (das Niveau zur Bestandserhaltung) unterschritten, mit einem Minimum von 1,24 im Jahr 1998.
- Ab 1998: Eine leichte Erholung durch Einwanderung und einen höheren Anteil an Frauen im gebärfähigen Alter.
Ursachen für den Rückgang: Wirtschaftliche Krisen, Arbeitsplatzunsicherheit, hohe Wohnkosten, Emanzipation der Frau, veränderte gesellschaftliche Werte, Rückgang religiöser Einflüsse sowie die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln und legalen Abtreibungen. Frauen verschieben den Kinderwunsch zunehmend in ein höheres Alter (30–34 Jahre).
b) Sterblichkeit
Die Sterblichkeitszahlen sind niedrig, steigen jedoch seit 1982 aufgrund der alternden Bevölkerung leicht an. Die Lebenserwartung ist durch medizinische Fortschritte gestiegen.
- Todesursachen: Rückgang ansteckender Krankheiten; Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Verkehrsunfällen sowie altersbedingten Leiden.
- Unterschiede: Frauen haben eine höhere Lebenserwartung (biologische Faktoren, Lebensstil). Bei Männern spielen Risikofaktoren wie gefährliche Arbeit und Unfälle eine größere Rolle.
- Sozialer Status: Höhere Lebenserwartung bei Personen in gehobenen Berufen durch besseren Zugang zu medizinischer Versorgung.
c) Natürliches Wachstum
Das Wachstum fiel ab 1998 aufgrund der niedrigen Geburtenrate stark ab und zeigt aktuell nur eine leichte Erholung.
Der demografische Übergang (1900–1975)
Diese Phase war durch einen allmählichen Rückgang der Geburtenrate und einen starken Rückgang der Sterblichkeit geprägt, was zu einem hohen natürlichen Wachstum führte.
a) Geburtenrate
Die Geburtenrate schwankte je nach historischen Ereignissen:
- 1920er: Erholung durch wirtschaftliche Prosperität.
- 1930er bis 1956: Rückgang durch die Weltwirtschaftskrise, den Spanischen Bürgerkrieg und die Nachkriegszeit.
- 1956 bis 1965: „Baby-Boom“ durch wirtschaftliche Entwicklung.
- 1965 bis 1975: Rückgang durch Urbanisierung und den sinkenden wirtschaftlichen Wert von Kindern.
b) Sterblichkeit
Die Sterblichkeit sank stetig (mit Ausnahme der Grippewelle 1918 und des Bürgerkriegs). Ursachen:
- Verbesserung des Lebensstandards, der Ernährung und der Bildung.
- Medizinische Fortschritte (Impfstoffe, Antibiotika, bessere Hygiene).
- Rückgang der Mütter- und Säuglingssterblichkeit durch bessere medizinische Betreuung.
c) Natürliches Wachstum
Das natürliche Wachstum war zwischen 1920 und 1965 besonders hoch, da die Sterblichkeitsraten stark sanken, während die Geburtenraten noch auf einem relativ hohen Niveau lagen.