Die demokratische Sexenio (1868–1874): Geschichte und Folgen
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Die demokratische Sexenio (1868–1874)
1. Die Revolution von 1868, provisorische Regierung und Regentschaft
Am 19. September 1868 begann die sogenannte „Glorreiche Revolution“ mit einem Militärputsch in Cádiz unter der Führung von General Prim, Serrano und Topete, der das Kommando über die Marine innehatte. Das Manifest der Rebellen kritisierte die Regierung der Königin scharf und forderte eine provisorische Regierung sowie die Einführung des allgemeinen Wahlrechts.
Der Aufstand erhielt breite Unterstützung, revolutionäre Komitees wurden gebildet und die königlichen Truppen wurden in der Schlacht von Alcolea (Córdoba) besiegt. Dies ebnete den Rebellen den Weg nach Madrid und führte zur Flucht der Königin Isabella II.
Die provisorische Regierung und politische Gruppierungen
Nach dem Sieg des Aufstands bildete sich eine provisorische Regierung, die jedoch die Demokratische Partei ausschloss. Dies führte zu einer Spaltung innerhalb der Partei zwischen Kollaborateuren und Republikanern (u. a. Figueras, Pi y Maragall). Die Übergangsregierung wurde von Serrano geleitet, unterstützt von Progressiven wie Prim und Sagasta sowie Unionisten wie Topete. Sie riefen für Januar 1869 Wahlen zu den Cortes durch allgemeines, direktes Männerwahlrecht aus.
Politische Gruppierungen in den Cortes:
- Karlisten: Die extreme Rechte, die die Monarchie und das Ancien Régime verteidigte und bald den Dritten Karlistenkrieg auslöste.
- Moderate: Anhänger der Monarchie und der Rückkehr der Bourbonen unter der Verfassung von 1845. Ab 1873 wurde Antonio Cánovas del Castillo ihr Anführer.
- Unionisten, Progressive und Demokraten: Eine Koalitionsregierung, die eine konstitutionelle Monarchie und Demokratie befürwortete. Prim war ihr prominentester Anführer.
- Republikaner: Sie stellten die zweitstärkste Fraktion im Parlament. Sie forderten einen Regimewechsel und eine umfassende Sozialgesetzgebung. Ihre Hochburgen waren Aragonien, Katalonien, Valencia und Andalusien.
Die Verfassung von 1869 und ihre Folgen
Die Cortes verabschiedeten die Verfassung von 1869, die bis dahin liberalste Verfassung Spaniens. Sie garantierte:
- Nationale Souveränität
- Konstitutionelle Monarchie
- Allgemeines Wahlrecht
- Gewaltenteilung (Legislative: Zweikammersystem; Exekutive: König; Judikative: unabhängige Gerichte)
Nach der Verabschiedung wurde General Serrano zum Regenten ernannt, während man nach einem neuen König suchte. Die neue Regierung sah sich mit zahlreichen Problemen konfrontiert, darunter Volksaufstände, republikanische Unruhen, eine leere Staatskasse und der Krieg in Kuba.
Wirtschaftliche Maßnahmen:
Um die Krise zu bewältigen, wurden folgende Maßnahmen ergriffen:
- Einführung der Peseta als einheitliche Währung (1868)
- Senkung der Zölle
- Einziehung von Untergrundressourcen, was zum Verkauf von Minen führte