Die Desamortisation in Spanien: Mendizábal und Madoz

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Die Desamortisation unter Finanzminister Pascual Madoz

Madoz, der damalige Finanzminister, trieb die zweite Phase der Einziehung (Desamortisation) voran. Er erhielt das Recht zur Anwendung der General-Einziehung, da die Regierung auf den Verkauf aller städtischen und ländlichen Liegenschaften setzte. Im Grunde diente dies dazu, den von Mendizábal begonnenen Vorgang abzuschließen. Diese Desamortisation wurde sehr schnell umgesetzt; durch eine Anzahlung von 10 % wurde der Eigentumsübergang eingeleitet, während für den Restbetrag ausschließlich Bargeld akzeptiert wurde.

Folgen der Desamortisation

Die Ergebnisse waren enttäuschend. Es wurde nahezu das gesamte kirchliche Eigentum und damit wichtige Quellen des Reichtums zerschlagen. Obwohl es sich theoretisch um eine Landreform handelte, wurden viele Bauern lediglich zu abhängigen Mitarbeitern degradiert. Besonders betroffen waren Immobilien im Süden Spaniens sowie der nördliche Minifundismus. Neue Grundbesitzer ließen die Preise für Grundstücke massiv ansteigen, während die Investitionen in die Landwirtschaft fast bei Null lagen. Das Arbeitsmaterial war veraltet, was die Entwicklung verzögerte.

Hinsichtlich der Einnahmen für das Schatzamt blieben die Beträge weit hinter den Erwartungen zurück. Die Papiere der öffentlichen Verschuldung wurden abgeschrieben, doch ihr Wert lag deutlich unter dem Durchschnitt. Statt der erhofften Summen wurden lediglich Schulden im Wert von 5.000 bis 14.000 Dollar bereinigt. Ein zentraler Kritikpunkt war, dass die Einziehung nicht zur notwendigen Industrialisierung des Landes beitrug; Spanien blieb wirtschaftlich weit zurück.

Ziele und städtische Auswirkungen

Das Ziel der Industriepolitik, die Basis liberaler Anhänger zu verbreitern, wurde nur teilweise erreicht. In den Städten führte der Prozess zu einer starken sozialen Diskriminierung. Der Adel (Gentry) wurde aus den Stadtzentren verdrängt und siedelte sich dort an, wo er arbeitete. Die Arbeiter hingegen wurden in die Vororte verbannt. Klöster und öffentliche Gebäude wurden abgerissen, um Platz für große Plätze, Archive und Museen zu schaffen.

Das liberale Regime und die Reformen von Mendizábal

Die Regierungen des ehemaligen liberalen Regimes standen vor der Notwendigkeit, die Staatsfinanzen zu konsolidieren. Angesichts der schweren Wirtschaftskrise in Spanien entschied man sich für die Desamortisation von Kircheneigentum, um durch dessen Verkauf die Staatskasse zu stützen. Die Einführung des Liberalismus verfolgte jedoch ein ehrgeizigeres Ziel: Das Eigentumssystem sollte nach kapitalistischem Vorbild umgestaltet werden, um eine liberale Gesellschaft zu formen und die Monarchie zu stabilisieren. Diese Ziele spiegelten sich auch im Konfiskationsdekret von Madoz wider.

Die Rolle von Juan Álvarez Mendizábal

Die Regierung Mendizábal übernahm die Schuldenkrise. Ein Großteil des Landbesitzes befand sich in den Händen der Kirche. Es wurde oft kritisiert, dass die Kirche das Land nicht effizient nutzte. Die Besitzer wurden als „tote Hand“ (manos muertas) bezeichnet. Mendizábal leitete einen Prozess ein, um diese Ländereien für die Bevölkerung nutzbar zu machen. Nach der liberalen Lehre ist Glück ein universelles Grundrecht, das durch geschütztes Privateigentum erreicht werden sollte. Der Staat sollte dieses Eigentum garantieren.

Phasen und wirtschaftliche Auswirkungen

Die Desamortisation wurde durch den dringenden Geldbedarf zur Tilgung von Schulden ausgelöst und verlief in zwei Hauptphasen:

  • 1. Phase: Kirchliche Desamortisation durch Mendizábal.
  • 2. Phase: Durchführung durch Madoz.

Mendizábal, der zuvor in London tätig war, sah den Verkauf kirchlicher Güter als notwendig an, um den Karlistenkrieg zu finanzieren. Die Güter wurden versteigert, wobei vier Hauptziele verfolgt wurden: Schuldenabbau, Gewinnung liberaler Sympathisanten, Schaffung eines Agrar-Liberalismus und die Überführung kirchlichen Eigentums in Privatbesitz.

Die Ländereien wurden zu niedrigen Preisen taxiert, um einen schnellen Verkauf zu gewährleisten (20 % Barzahlung, Rest gestundet). Dies führte jedoch zu einer Verschlechterung der Lage der Bauern und zum Bruch mit der Kirche durch die Verletzung des Konkordats. Obwohl das Geld für die Industrialisierung und den Eisenbahnbau gedacht war, profitierte letztlich vor allem das Bürgertum als großer Nutznießer dieses Prozesses.

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