Descartes' Meditationen: Zweifel, Ich und Gott

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Die Gründe des Zweifels und die erste Wahrheit (Meditationen 1 und 2)

Der erste Anlass zum Zweifel sind die Informationen, die uns unsere Sinne liefern. Wir wurden bereits mehrfach getäuscht, doch es scheint töricht, die Existenz der Dinge selbst aufgrund dieser Täuschungen infrage zu stellen. Dann spricht Descartes von der Unmöglichkeit, zwischen Wachen und Schlafen zu unterscheiden: Vielleicht befinden wir uns in einer Situation wie im Schlaf. Dennoch gibt es Wissen, wie etwa mathematische Wahrheiten, die von diesen Zweifeln nicht betroffen sind. Ob wach oder träumend: 2 + 3 ist immer 5.

Aber auch daran lässt sich zweifeln, denn es könnte ein böser Geist (ein böser Gott) existieren, der versucht, mich bei jeder Operation zu täuschen. Dies führt zur ersten Wahrheit: die Existenz des zweifelnden Selbst. Wenn ich denke, muss ich existieren. Er sagt: „Um zu denken, dass alles falsch sei, war es notwendig, dass ich, der ich das dachte, etwas war. Und ich bemerkte, dass diese Wahrheit: Ich denke, also bin ich, so fest und sicher war, dass selbst die extravagantesten Vermutungen der Skeptiker sie nicht erschüttern konnten“ (Abhandlung über die Methode). „Ich bin, ich existiere, ist notwendig wahr, sooft ich es ausspreche oder in meinem Geist denke“ (Zweite Meditation).

Die erste Wahrheit ist auch das Kriterium der Sicherheit. Alles, was wir klar und deutlich wahrnehmen, können wir als real betrachten. Ich weiß, dass ich existiere, solange ich denke, aber ich weiß noch nicht, was ich bin. Nach einem Prozess der Eliminierung dessen, was mir der gesunde Menschenverstand sagt, gelange ich zu dem Schluss, dass ich ein denkendes Ding bin.

Ideen und Gott (Meditation 3)

Descartes stellt fest, dass Ideen Inhalte des Denkens sind. Auch wenn diese Ideen keinem realen Objekt entsprechen, kann ich nicht bezweifeln, dass ich sie denke. Ideen können sein:

  • Zufällig
  • Fiktiv
  • Angeboren

Es gibt bestimmte Ideen, die in mir verwurzelt zu sein scheinen, während andere von mir selbst hergestellt werden. Dies wirft die Notwendigkeit auf, zu beweisen, dass meine Ideen mit etwas außerhalb meiner selbst konsistent sind. Wie? Descartes nutzt die Vernunft, um die Existenz Gottes zu beweisen, der den Weg zur Erkenntnis der Wirklichkeit ebnet.

Ideen können unter zwei Aspekten betrachtet werden: Ihre objektive Realität erfordert eine Ursache in der gegenwärtigen Realität. Die Idee von Gott kann nicht von mir selbst stammen. Die Idee der Unendlichkeit kann nicht von einem endlichen Wesen kommen, daher muss etwas Unendliches existieren: Gott. Dies ist der wichtigste Beweis für die Existenz Gottes. In der dritten Meditation nutzt er ein weiteres Argument: Ich selbst könnte die Idee von Gott nicht besitzen, wenn Gott nicht existieren würde.

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