Descartes' Philosophie: Cogito, Gott und die Erkenntnis
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Der Übergang vom Cogito zur Erkenntnis
Der kritische Teil der cartesianischen Philosophie endet mit der Feststellung einer ersten unzweifelhaften Wahrheit, der letzten Grundlage der Erkenntnis: dem Cogito. Ab diesem Moment beginnen die konstruktiven oder deduktiven Regeln der dritten und vierten Methode.
Die erste Folge des Cogito
Die erste Folge des Cogito ist die Erkenntnis: „Ich bin ein denkendes Ding.“ Dies impliziert, dass kein Gedanke existieren kann, ohne dass ein denkendes Subjekt vorhanden ist, auch wenn das Objekt des Denkens nicht sofort als extern gegeben ersichtlich ist.
Das Problem des Solipsismus
Der Solipsismus stellt hierbei ein Problem dar: Ich besitze zwar eine klare und deutliche Vorstellung von meinem eigenen Denken, bin mir jedoch nicht unmittelbar der Existenz der äußeren Objekte bewusst, über die ich nachdenke.
Die Rekonstruktion des Wissens
Die zweite Folge des Kriteriums der Gewissheit ist die Notwendigkeit, das Vertrauen in unser Wissen wiederherzustellen. Um die Hypothese des „bösen Geistes“ zu entkräften, muss die Unmöglichkeit eines betrügerischen Gottes bewiesen werden. Descartes führt hierfür drei Gottesbeweise an.
Das ontologische Argument
Der wichtigste Test ist eine Variation des ontologischen Arguments, das aus der sorgfältigen Prüfung der Idee von Gott hervorgeht. Jede Idee, die wir klar und deutlich erkennen, muss notwendigerweise ihre wesentlichen Eigenschaften besitzen:
- Wie ein Dreieck untrennbar mit der Eigenschaft verbunden ist, dass seine Winkel 180° ergeben,
- so ist die Idee eines vollkommenen Wesens untrennbar mit der realen Existenz verbunden.
Da die Existenz eine Vollkommenheit darstellt, kann man Gott nicht ohne diese denken, ebenso wenig wie man einen Berg ohne Tal denken kann. Dieses Argument findet eine Idee, deren Realität die Existenz eines externen Wesens impliziert: Gott.
Das Argument der Unendlichkeit
Unter den angeborenen Ideen findet sich die Idee der Unendlichkeit. Diese Idee muss eine Ursache haben, die nicht ich selbst sein kann, da ich mich als endlich, begrenzt und unvollkommen erkenne. Da eine Ursache nicht weniger vollkommen sein kann als ihre Wirkung, muss diese Idee von einer unendlichen Substanz – Gott – in mich gelegt worden sein.
Das Kausalitätsargument angewandt auf das Selbst
Wenn ich mich selbst analysiere, erkenne ich meine eigene Unvollkommenheit. Hätte ich mich selbst erschaffen, hätte ich mir alle Vollkommenheiten verliehen, die ich begreifen kann (wie Allwissenheit oder Allmacht). Da ich dies nicht getan habe, muss ich von einem Wesen erschaffen worden sein, das diese Vollkommenheiten besitzt.
Fazit: Die Gewissheit der Welt
Die Existenz Gottes ist somit bewiesen. Der cartesianische Gott ist ein Wesen, das mit allen Vollkommenheiten, einschließlich der Wahrheit, ausgestattet ist. Descartes schließt daraus, dass das „Ich“ nicht die einzige existierende Wirklichkeit ist. Die Existenz Gottes garantiert die Sicherheit unseres Wissens, ermöglicht den Ausbruch aus der Einsamkeit des Selbst und bildet das Fundament für die reale Welt und die Wissenschaft.