Descartes' Philosophie: Vernunft, Cogito und Substanz

Eingeordnet in Philosophie und Ethik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,84 KB

Philosophische Grundbegriffe nach René Descartes

Text 3

Vernunft (Grund): Ein Synonym für "bona mens" (guter Geist/Sinn). Diese angeborene Fähigkeit ermöglicht es dem Menschen, Urteile zu fällen und die Wahrheit vom Irrtum zu unterscheiden. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass ihre Anwendung korrekt erfolgt, damit die Wissenschaft zum Erwerb einer universellen und einzigartigen Wahrheit führt. Das gesamte Denken von Descartes besteht in der Suche nach einer Methode, die in der Lage ist, seine objektive Grundlage zu erreichen: die theoretische und praktische Wahrheit.

Klarheit und Deutlichkeit

Klarheit: Zusammen mit der Deutlichkeit (Unterscheidung) ist sie eines der wichtigsten Merkmale der Evidenz. Es ist die Erkenntnis der Dinge, wenn sie unserem Geist direkt gegenwärtig sind. Die Besonderheit bei Descartes ist, dass intellektuelles Wissen sowohl klar als auch deutlich sein kann. Neben der Unterscheidung beschreibt sie die exakt wahrgenommene Sache.

Text 4

Denkfähigkeit: Die Fähigkeit, die wir Menschen besitzen und die unser eigentliches Wesen oder unsere Natur ausmacht. Descartes ist sich sicher, dass wir denken (da dies offenkundig ist) und sieht darin eine klare und deutliche Wahrheit. Das ist die erste Gewissheit oder das "Cogito". Es stellt auch sicher, dass meine Seele, da ich in der Lage bin zu denken, meinen Körper nicht benötigt, um meine Existenz zu begreifen.

Substanz: Das, was nichts anderes benötigt, um zu existieren. Im strengen Sinne könnte das nur Gott sein. Aber es existieren auch geschaffene (abgeleitete) Substanzen. Diese benötigen für ihre Existenz nur Gott und lassen sich in jene differenzieren, die nicht auf einer anderen Substanz beruhen (Eigenschaften oder Attribute von Substanzen).

  • Seele (Anima): Der immaterielle Teil von mir. Descartes behauptet, sie sei vom Körper verschieden, da ich eine klare und deutliche Vorstellung davon habe, ein denkendes Ding (res cogitans) zu sein. Zweitens habe ich eine klare und deutliche Vorstellung des Körpers als ein rein ausgedehntes, nicht denkendes Ding (res extensa). Also ist mein Körper von mir verschieden, und ich kann ohne ihn existieren.
  • Körper (Ausdehnung): Das materielle Element meiner selbst (ausgedehntes Ding). Gerade durch die Tatsache, dass die Seele denkt und nicht ausgedehnt ist, unterscheidet sie sich vom Körper. Descartes stellt klar, dass wir unabhängig vom Körper existieren können, da wir uns selbst als denkend begreifen, der Körper hingegen nicht denkt.


Text 5

  • Denken (Thought): Descartes bezeichnete alles, was bewusst im Geist geschieht und dessen wir uns bewusst sind, als Denken. Er bezieht sich allgemein auf alle geistigen Inhalte und jede Aktivität, zu der der Geist fähig ist.
  • Skeptizismus (Skeptiker): Eine philosophische Strömung, die zur Zeit von Descartes in Frankreich populär war und sicheres Wissen für unmöglich erklärte. Der französische Philosoph versucht zu beweisen, dass es sehr wohl möglich ist, etwas mit absoluter Gewissheit zu wissen. Dies belegt er durch seine erste unumstößliche Wahrheit (das Cogito) und die daraus logisch abgeleiteten Erkenntnisse.

Text 6

Proposition (Aussage): Eine Aussage, die sich auf etwas bezieht und deren Wahrheitsgehalt wir überprüfen können. Descartes' Methode zielt darauf ab, jene Sätze grundlegend zu prüfen, die sich als relevant erweisen.

Gewissheit: Die unumstößliche Bestätigung, dass etwas wahr ist. Wir können uns einer Sache nur dann absolut sicher sein, wenn sie sich uns klar und deutlich offenbart.

Verwandte Einträge: