Descartes und die Vernunft: Rationalismus im Wandel
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NEWS: Descartes als Vater des Modernismus
Descartes gilt als der Vater des Modernismus. Das moderne Denken ist durch die Rückgewinnung der Autonomie der Vernunft gegenüber dem Glauben geprägt. Sein Rationalismus war ein Versuch, das verlorene Vertrauen in die Wirksamkeit unserer Erkenntnisse wieder auf das „denkende Selbst“ oder das „menschliche Subjekt“ der Realität auszurichten.
Die kartesische Methode bedeutet, dass wir klare und deutliche Wahrheiten erhalten, die als „wahr“ gelten. Wie wir wissen, führte dies zu einer Selbstüberschätzung der Vernunft, um die Existenz Gottes rational zu beweisen. Viele seiner Argumente erinnern dabei an Augustinus von Hippo. Andererseits ist „Cogito, ergo sum“ eine der bedeutendsten Aussagen in der Geschichte des Denkens. Descartes plädierte nicht für einen „subjektivistischen Relativismus“, da er glaubte, dass die Vernunft in allen Menschen einzigartig sei. Das Verdienst des Autors liegt in der Aufwertung des Selbst, des denkenden Subjekts.
Vom Rationalismus zur Postmoderne
Derzeit ist der klassische Rationalismus nicht mehr in Mode. Im postmodernen Menschen ist das „universelle Selbst“ zu einem „individuellen Selbst“ geworden – ein „Ich“, das zum Zentrum und Maß aller Dinge werden will. Das heutige Selbst denkt nicht mehr primär, sondern lebt durch den „Spaß“ an vielen Dingen, wie etwa durch das Lachen in TV-Spots.
Vernunft, Erfahrung und gesellschaftliche Verantwortung
Das Leben anderer Menschen wird in den kommerziellen Beziehungen der kapitalistischen Gesellschaft verkauft. Wenn wir jedoch eine Erklärung für ein Ereignis oder die Realität suchen, wenden wir uns an die Vernunft. Wir benötigen Theorien und Modelle, um die Realität zu ordnen. Wir müssen die Sachverhalte interpretieren, um mögliche Konsequenzen abzuleiten – all das hat uns enorme Fortschritte in Wissenschaft und Kunst ermöglicht.
Bedenken Sie jedoch: Derselbe Grund, der uns dazu führte, den Weltraum zu erkunden, führte auch zur Entwicklung der Atombombe. Diese Erfahrung ist ein Lehrmeister des Lebens. Interessanterweise kann ein übermäßiges Vertrauen in die Vernunft uns in eine Situation „ohne Grund“ führen. Daher sollten wir bedenken:
- Die Vernunft reicht ohne Erfahrung nicht aus.
- Die Erfahrung hilft uns nicht ohne Vernunft.
Vernunft und Erfahrung sind die Quellen unseres Wissens und wegweisend, wenn es darum geht, unsere Welt zu humanisieren. Abschließend müssen wir Kant zustimmen: Vernunft und Erfahrung müssen Hand in Hand gehen, da beide Teil des menschlichen Wissens sind und die Werkzeuge darstellen, die wir für unseren Fortschritt benötigen.