Descartes vs. Hume: Rationalismus und Empirismus im Vergleich
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Der Einfluss von Descartes auf die Philosophie
Descartes' Forderungen in seinen Kursen ebneten den Weg für die Aufklärung des 17. Jahrhunderts. Die durch die Aufklärung verkündeten Freiheiten und die Autonomie der Vernunft überschritten das Gewicht der Autorität und des religiösen Dogmatismus in allen Bereichen – von der Politik bis zur Wissenschaft. Dies kann als Fortschritt betrachtet werden, der uns heute freier macht.
Mathematisierung und wissenschaftliche Entwicklung
In Bezug auf die wissenschaftlich-technische Entwicklung hinterließ Descartes ein Erbe der mathematischen Methode. Die westliche Wissenschaft operiert bis heute unter der Prämisse, dass die Wirklichkeit mathematisierbar ist. Dinge zu wissen bedeutet, sie zu quantifizieren; das mathematische Modell bleibt für Wissenschaftler maßgeblich.
Vernunft und Glaube
In der modernen Philosophie wird nicht mehr auf dem Nachweis der Existenz Gottes beharrt, wie es bei Descartes noch der Fall war. Heute sind das Reich der Vernunft und das des Glaubens strikt getrennt.
Das Argument des bösen Geistes und die Matrix
Das Argument des bösen Geistes findet eine moderne Entsprechung im Film Matrix. Dieser beschreibt eine Welt, in der Menschen glauben, die Realität durch ihre Sinne wahrzunehmen, während sie in Wahrheit nur elektrische Impulse erleben, die von einem leistungsstarken Computer gesteuert werden. Der Computer fungiert hierbei als der „böse Geist“, der eine digitale Realität auferlegt.
Der Empirismus als Gegenbewegung
Der Empirismus entstand als Reaktion auf den Rationalismus. Zu den wichtigsten empiristischen Philosophen zählen John Locke und David Hume. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf Humes Philosophie im Vergleich zu Descartes.
Ablehnung des Nativismus
Der Empirismus lehnt den Nativismus ab. Es gibt keine angeborenen Ideen oder Prinzipien; der menschliche Verstand ist eine tabula rasa (ein unbeschriebenes Blatt), auf der sich Wissen erst durch die Welt der Sinne und die Erfahrung manifestiert.
Methodische Unterschiede
- Rationalismus (Descartes): Verwendet einen deduktiven, mathematischen Ansatz. Wissen kann auf offensichtliche, angeborene Ideen reduziert werden.
- Empirismus (Hume): Verwendet eine induktive Methode, die bei der Erfahrung und der Analyse von Fakten ansetzt.
Wahrheit, Gott und das Selbst
Die Kriterien für Wahrheit unterscheiden sich grundlegend:
Gottesbeweis
Während Descartes die Existenz Gottes durch Kausalitätsargumente und ontologische Beweise zu stützen versuchte, argumentiert Hume, dass Gott nicht existieren kann, da wir keinen direkten sinnlichen Eindruck von ihm haben.
Das Selbst und die Identität
Hume behauptet, dass wir keinen Eindruck von unserem eigenen Wesen haben; unser Selbst ist lediglich eine Abfolge von Wahrnehmungen, die durch das Gedächtnis verknüpft werden. Im Gegensatz dazu ist für Descartes die denkende Substanz (das „Ich“) die Grundlage seiner Methode und die erste, klar erkennbare Wahrheit.