Deutsche Klassik: Goethe, Schiller und das Faust-Drama
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Die Epoche der deutschen Klassik
1. Wann entwickelt sich die deutsche Klassik?
Die deutsche Klassik beginnt mit Goethes Italienreise und umfasst (abbraccia/comprende) die Jahre der Freundschaft und der Zusammenarbeit zwischen Goethe und Schiller in Weimar bis 1805, d. h. bis zu Schillers Tod. In dieser Zeit setzten sich beide Dichter mit der Kultur der Antike auseinander.
Ideale und Merkmale der Humanität
2. Welches Ideal erstrebt die deutsche Klassik?
Das Ideal der Klassik ist die Humanität, d. h. die Totalität des Menschen, die Harmonie und das Gleichgewicht zwischen Sinnlichkeit (und Gefühl) und Verstand. Die Klassiker sahen den positiven Helden in dem Menschen, der sich durch Erfahrung und Veränderungen „bildet“, so dass er schließlich „reif“ wird und sich positiv in die Gesellschaft integriert. Der Mensch muss sich zu einer harmonischen Individualität entwickeln, aber zugleich muss er auch die gesellschaftliche Ordnung anerkennen. Die Klassiker strebten nach einer Harmonie zwischen Individuum und Gesellschaft.
3. Wo sahen Goethe und Schiller das Ideal der Humanität verwirklicht?
In der Kultur der Antike.
4. Was charakterisiert die klassischen Helden?
Sie stellen die Totalität des Menschen, die Harmonie zwischen Körper und Geist, Sinnlichkeit und Vernunft dar.
Form und gesellschaftliche Ansichten
5. Welche Merkmale zeigt die Form der klassischen Werke?
Die Merkmale der klassischen Form sind Maß, Symmetrie und Proportion, auch wenn die größten Leidenschaften dargestellt werden.
6. Warum lehnen die Klassiker die Französische Revolution ab?
Die Klassiker wollten die Gesellschaft gewaltlos verändern. Sie lehnten deswegen die Gewalt der Französischen Revolution ab. Die Klassik setzt sich also keine Revolution, sondern eine Evolution, eine innere Entwicklung des Menschen, zum Ziel.
7. Wie kann man die Gesellschaft verändern? Welche Rolle spielt die Kunst?
Sie erstrebten eine gewaltlose Veränderung der Gesellschaft, die möglich ist, wenn sich vorher der Mensch verändert. Er soll ein ausgebildeter Bürger werden, so hat die Kunst die Aufgabe, den Menschen moralisch zu bilden.
Goethes Faust: Ein monumentales Werk
Er begann 1786 mit der Arbeit an seinem Faust und beendete den zweiten Teil 1831 im Alter von 82 Jahren. Die Sprache ist klar.
Die Figur des Faust
La figura di Faust: Faust ist ein gelehrter Arzt und Magister. Er hat alle Wissenschaften studiert, aber er ist mit seinem Leben unzufrieden. Er strebt nach Wissen und Macht. Er ist der typische Mensch des Sturm und Drang, aber gleichzeitig symbolisiert er jemanden, der alle Grenzen überschreiten will. Faust ist eine bedeutende, aber auch arrogante Figur: Er bezeichnet sich selbst als Gott.
Der Pakt mit dem Teufel
Il patto con il diavolo: Faust schließt einen Pakt mit dem Teufel, der die zweite wichtige Figur des Dramas ist. Er verkörpert das Böse, aber er wird auch als Narrenfigur dargestellt; dadurch übt Goethe Kritik an der Universität und an der Kirche der Zeit. Die Figur des Mephisto entspricht der traditionellen Figur des Teufels, wie ihn sich die Menschen immer vorgestellt haben: intelligent und freundlich, aber auch unzuverlässig und manchmal grausam.
Themen und Form des Dramas
I temi e la forma:
- Der Begriff des strebenden Menschen und der Endlichkeit der Wissenschaft;
- Die Kritik an der Universität und am Ständesystem;
- Das Streben nach Höherem;
- Die Verantwortung den anderen Menschen gegenüber setzt dem Streben Grenzen.
Die Handlung von Faust
La trama di Faust: Faust macht einen Spaziergang und begegnet einem Pudel, der mit ihm nach Hause kommt und sich als Mephisto entpuppt. Faust schließt einen Pakt mit ihm. Er verspricht seine Seele dem Teufel, der ihm dafür dienen und ihm alle Wünsche erfüllen wird. Faust wird verjüngt, er trifft Gretchen und verliebt sich in sie. Gretchen wird schwanger. Faust wird von Mephisto in der Walpurgisnacht zum Hexentanz mitgenommen. In der Zwischenzeit hat Gretchen ihr Kind umgebracht und wird deswegen als Kindsmörderin zum Tode verurteilt. Faust will mit Mephistos Hilfe Gretchen befreien, aber Gretchen akzeptiert seine Hilfe nicht. Sie nimmt den Tod als Strafe an.
Struktur und Bedeutung der beiden Teile
1808: Goethe gab den ersten Teil heraus. 1832: Goethe vollendete den zweiten Teil des Dramas wenige Tage vor seinem Tod. Dieser Teil zeigt deutlich den Einfluss der Klassik und teilweise auch schon der Romantik.
Der Faust enthält Erfahrungen, Konflikte und Erkenntnisse, die Goethe selbst erlebt hatte. So wie Faust hatte Goethe den Sinn des Lebens im Erleben gesucht (Sturm-und-Drang-Zeit), dann die Schönheit der Antike in Italien gesehen und schließlich im Humanitätsideal das höchste Ziel der menschlichen Existenz gefunden. Faust ist deshalb das Dokument eines Kulturzeitalters.
Analyse: Der erste Teil
Die erste Fassung des Faust (in der Phase des Sturm und Drang) ist voll von Sinnlichkeit und Leidenschaft. In diesem ersten Teil gelangt Faust vom unbegrenzten Drang nach Erkenntnis über die Erfahrungen der Magie bis zum sinnlichen Genuss. Er schließt einen Pakt mit Mephistopheles: Er verspricht ihm seine Seele, wenn der Teufel ihm einen Augenblick höchster Befriedigung verschaffen kann.
Analyse: Der zweite Teil
Dieser Teil ist voll von Allegorien und Symbolen. Faust hat mit Mephistopheles’ Hilfe das tragische Ende Gretchens vergessen. Er ist jetzt reich und mächtig. Er bekommt eine sehr wichtige Stelle am Hof des Kaisers und verliebt sich in Helena (die antike mythische Gestalt: Sie ist das Symbol für die antike Schönheit). Diese Verbindung symbolisiert die Vereinigung des deutschen Mittelalters mit der Antike und dem modernen Erkenntniswillen. Nachdem Faust alle Genüsse erlebt hat, strebt er nach Tätigkeit. Vom Kaiser bekommt Faust ein Stück Land an der Küste und schließlich will er etwas für das Wohl der Gemeinschaft machen, damit das Volk hier frei leben kann. Schon alt, krank und blind versteht er, dass das höchste Ziel des Menschen ist, für das Wohl der anderen Menschen zu wirken. Als er stirbt, kommt er in den Himmel: Er hat immer weiter gestrebt und wird deshalb von Gott belohnt. Nicht im Genuss des Augenblickes, sondern im Vorgefühl einer Zukunft im Dienst der Menschheit hat Faust die Befriedigung gefunden. Seine letzten Worte haben den Pakt ungültig gemacht: Mephistopheles hat die Wette verloren.
Fazit zur Erlösung Fausts
Weder die niedrigsten Genüsse noch die Macht haben ihn befriedigt, sondern die Liebe zu seinen Mitmenschen. Goethes Werk unterscheidet sich radikal von den früheren Fassungen: Während der ursprüngliche Faust wegen seines prometheischen Hochmuts und seiner unbefriedigenden Lebensgier in die Hölle kommt, wird er in Goethes Drama gerettet. Er hat seinen Egoismus überwunden und hat sich in der praktischen Tätigkeit für das Wohl der anderen verwirklicht.
Die Leiden des jungen Werthers
1. Wie heißt Goethes erster Roman? Wann erschien er?
Goethes erster Roman heißt Die Leiden des jungen Werthers; der Roman erschien 1774.
2. Was für ein Roman ist Werther?
Werther ist ein Briefroman.
3. Was verursachte das Werk?
Das Werk verzeichnete einen so großen Erfolg, dass die Werther-Mode entstand.
4. Welches Ereignis bildet den autobiografischen Hintergrund des Werthers?
Werther zieht nach Wetzlar und trifft dort auf Charlotte Buff. Er verliebt sich, doch sie war bereits seit vier Jahren verlobt.
5. In wen verliebt sich Werther?
Werther verliebt sich in Lotte.
6. Wer ist Albert?
Albert ist Lottes Freund (Verlobter).
7. Warum trennt sich Werther von Lotte?
Werther trennt sich von Lotte, weil ihre Liebe unerwidert bleibt.
8. Wie endet der Roman?
Werther nimmt sich das Leben für seine unglückliche Liebe und weil er die praktische Welt und Gesellschaft nicht versteht.
Werthers Charakter und die Natur
- Er zieht sich in sich selbst zurück, stellt seine eigenen Gesetze auf und sucht Trost in Natur und Kunst.
- Die Natur wird im Roman zum Spiegel von Werthers Subjektivität und partizipiert an seiner Transformation.
- Er ist ein Außenseiter, ein Individualist.