Dialogformen in Literatur und Theater: Ein Leitfaden

Eingeordnet in Sprache und Philologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,13 KB

1. Die Erzählung des Dialogs

In der Erzählung, vor allem im Roman, erscheint der Dialog, wenn der Autor Charaktere einführt und die Worte der Figuren mit der Erzählung kombiniert. Dialog oder Monolog werden in Form von direkter Rede in die Erzählung eingefügt, wobei der genaue Wortlaut der Figuren reproduziert wird. Der Erzähler kann dabei erklären, wer spricht und wie dies geschieht, indem er Sprech- oder Denkverben verwendet (z. B. antworten, entgegnen, annehmen). Normalerweise werden typografische Mittel genutzt, um die Worte der Charaktere einzuführen.

Indirekte Rede

In der Form der indirekten Rede fasst der Erzähler die Worte der Figuren in der dritten Person zusammen. Die Worte werden als Nebensatz in die Erzählung eingefügt, abhängig von einem Vollverb des Sprechens oder Denkens, meist eingeleitet durch die Konjunktion „dass“ oder indirekte Fragesätze (wer, wie, etc.). Der Wechsel von direkter zu indirekter Rede erfordert Anpassungen:

  • Änderung der Pronomen (von der ersten zur dritten Person)
  • Anpassung der Zeitformen (Übergang von Gegenwart zu Vergangenheit)
  • Anpassung der deiktischen Ausdrücke für Raum und Zeit (z. B. „hier“ zu „dort“)

Freier indirekter Stil und Monolog

Im freien indirekten Stil werden die bisherigen Formen vereint. Der Erzähler berichtet in der dritten Person, ohne die Worte der Charaktere explizit durch ein Sprech- oder Denkverb einzuleiten. Beim Monolog handelt es sich um eine Variante, bei der ein Charakter mit sich selbst oder ohne Erwartung einer Antwort spricht. Hierbei werden häufig die erste und zweite Person verwendet.

Innerer Monolog

Der innere Monolog (oft als Bewusstseinsstrom bezeichnet) dient dazu, verborgenste Gedanken und Gefühle abzubilden. Um dies widerzuspiegeln, präsentiert der Text scheinbar sinnlose Assoziationen, Unordnung oder Wiederholungen. Diese Technik wurde im Roman des 20. Jahrhunderts populär; ein bekanntes Beispiel ist James Joyces Ulysses.

2. Der theatralische Dialog

Im dramatischen Text ist der Dialog oder Monolog die fast ausschließlich verwendete Form der Rede. Im Theater findet ein Wortwechsel zwischen den Charakteren statt, der sich an das Publikum als tatsächlichen Empfänger richtet. Durch den Dialog wird die dramatische Handlung vorangetrieben und der Charakter definiert. In den Texten werden die Dialoge meist durch die Namen der beteiligten Figuren eingeleitet.

Regieanweisungen und Szenenbeschreibungen

Theatertexte enthalten zudem in der Regel Regieanweisungen (auch als Dimensionen bezeichnet) und Szenenbeschreibungen. Diese Textelemente, die oft in Klammern gesetzt sind, geben Auskunft über:

  • Bewegungen und Gesten der Schauspieler
  • Kostüme und Requisiten
  • Die Inszenierung des Stücks

Zusammenfassend dienen diese Anweisungen dem Regisseur als Leitfaden für die Umsetzung des Stücks, wobei ihr Umfang je nach Autor und Epoche stark variieren kann.

Verwandte Einträge: