Die Diktatur von Primo de Rivera (1923–1930)
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Die Ursprünge der Diktatur von Primo de Rivera
Die Diktatur von Primo de Rivera entstand in einem Kontext tiefgreifender politischer und sozialer Krisen in Spanien. Die Hauptgründe für den Staatsstreich im September 1923 waren:
- Die politische Korruption durch das System des Caciquismo.
- Die Instabilität nach der „Katastrophe von 98“.
- Die Bedrohung durch den katalanischen Nationalismus und soziale Unruhen.
- Die Krise in Marokko und die Untersuchung des Picasso-Dossiers, das die militärische Verantwortung für die Niederlage von Annual aufdeckte.
Joaquín Costa, der wichtigste Ideologe des Regenerationismus, forderte einen „eisernen Chirurgen“, um die Korruption zu beenden – eine Rolle, die Primo de Rivera für sich beanspruchte.
Das Militärdirektorium (1923–1925)
Nach dem Staatsstreich, der vom König unterstützt wurde, ernannte dieser Primo de Rivera zum Regierungschef. Die erste Phase war als vorübergehend geplant. Der Diktator setzte verfassungsrechtliche Garantien aus, löste den Kongress und den Senat auf und führte eine strenge Pressezensur ein. Er ersetzte zivile Beamte durch Militärs und versuchte, die öffentliche Ordnung mit harter Hand wiederherzustellen.
Das Zivildirektorium und die Institutionalisierung
Ab 1925 versuchte Primo de Rivera, sein Regime durch ein Zivildirektorium zu verstetigen. Wichtige Maßnahmen waren:
- Patriotische Union: Die einzige zugelassene Partei.
- Nationalversammlung: Ein beratendes Parlament ohne echte gesetzgeberische Macht.
- Wirtschaftspolitik: Förderung von Infrastrukturprojekten (Stauseen) und die Gründung von Monopolen wie CAMPSA.
- Arbeitsbeziehungen: Einführung vertikaler Gewerkschaften nach faschistischem Vorbild, wobei die UGT unter Francisco Largo Caballero teilweise kooperierte.
Unterdrückung und Widerstand
Trotz der wirtschaftlichen Erfolge der „goldenen 20er Jahre“ wuchs der Widerstand. Primo de Rivera unterdrückte den katalanischen Nationalismus (Verbot der Sprache und Symbole) und ging hart gegen Intellektuelle wie Unamuno vor. Die Stützen seines Regimes – die Nation, die Kirche und der König – begannen zu bröckeln.
Das Ende der Diktatur
Mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 verlor das Regime seine wirtschaftliche Basis. Die Opposition aus Militärs, Intellektuellen, Studenten und ehemaligen Verbündeten (PSOE/UGT) wuchs. Im Jahr 1930 entzog König Alfonso XIII. dem Diktator das Vertrauen und entließ ihn. Nach den gescheiterten Versuchen der Regierungen Berenguer und Aznar, das Land zu stabilisieren, führten die Wahlen vom 14. April 1931 zur Ausrufung der Zweiten Spanischen Republik.